Hahnemanns fortgeschrittene Methoden Teil 2: Die medizinische Lösung

Hahnemanns fortgeschrittene Methoden Teil 2: Die medizinische Lösung

Author: 
David Little

Die Beschränkungen der Trockengabe

Die nächsten größeren Renovierungen in der Praxis der hahnemannschen Homöopathie erscheinen im zweiten Teil der 1837er Auflage der Chronischen Krankheiten in dem Artikel, der den Titel 'Über das Technische in der Homöopathie' trägt. Dies ist ein sehr wertvoller Artikel, weil er als die technische Ergänzung zu den Methoden dient, die er in der 1833er Auflage des 5. Organon einführte.

Hahnemann beabsichtigte, dass die verschiedenen Auflagen des Organon und die Chronischen Krankheiten zusammen gelesen werden sollten, weil sie ein vollständiges Bild der letzten Entwicklungen in der Homöopathie aufzeichnen.

Diese Techniken brachten nicht nur das zentesimale System der Homöopathie näher zur Vollkommenheit, sondern sie weisen auch den Weg, den sie in der Zukunft nehmen würde. Im 1837er Kommentar beginnt Hahnemann damit, seine Erfahrung mit den Dosierungsverfahren zu beurteilen, die er während der späten 1820er anwendete, und er teilt mit uns das Ergebnis seiner letzten Forschung in der Homöopathie.

Er sagt:

"Seit ich zuletzt zum Publikum von unsrer Heilkunst sprach, hatte ich Gelegenheit unter andern auch Erfahrungen zu machen über die bestmögliche Art die Gaben für die Kranken einzurichten und ich theile hier mit, was ich für das Bessere in dieser Hinsicht gefunden habe.

Wenn ein feines Kügelchen von einer der höchsten Dynamisationen einer Arznei trocken auf die Zunge gelegt, oder mäßiges Riechen an ein Fläschchen, worin ein oder etliche solcher Kügelchen liegen, als die kleinste, schwächste Gabe von der kürzesten Wirkungs-Dauer sich erweisst ..."

Aufgrund der großen Vielfalt von Alter, Neigungen, Empfindlichkeiten, physischen Verfassungen, geistigen Veranlagungen, Reserven der Lebenskräfte und Umweltfaktoren usw., braucht ein Homöopath ein flexibles Dosierungssystem, das die Anpassung des Mittels auf jeden Einzelfall berücksichtigt. Dies ist etwas, was die medizinische Lösung liefert.

Siehe 'Über das Technische in der Homöopathie'.

"... so sieht man leicht ein, dass die unglaubliche Verschiedenheit der Kranken in ihrer Erregbarkeit, ihrem Alter, ihrer geistigen und körperlichen Ausbildung, ihrer Lebenskraft und vorzüglich der Natur ihrer Krankheit, ... eine große Verschiedenheit in deren Behandlung und so auch in der Einrichtung der Arzneigaben für dieselben nöthig macht.“

Die beste Art, jede einzelne Gabe von einem Mittel auf die Empfindlichkeit der einzelnen Konstitution einzustellen ist, die medizinische Lösung zu anzuwenden. Dies deshalb, weil die wässrige Lösung viel flexibler ist als die Dosierung mit den trockenen Globuli.

Ebenfalls von großer Bedeutung ist die folgende Enthüllung, die uns sagt, warum die unpassende Wiederholung einer unangepassten Gabe Komplikationen verursacht, und den Grund erklärt, warum Homöopathen so oft mit der Wiederholung von Gaben nicht einverstanden sind.

"Ehe ich weiter gehe, muss ich die wichtige Bemerkung machen, dass unser Lebens-Princip nicht wohl verträgt, dass man selbst nur zweimal nach einander dieselbe ungeänderte Gabe Arznei, geschweige mehrmal nach einander den Kranken einnehmen lasse. Theils wird dann das Gute von der vorigen Gabe zum Theil wieder aufgehoben, theils kommen dann neue, in der Arznei liegende, in der Krankheit nicht vorhanden gewesene Symptome und Beschwerden zum Vorscheine, welche die Heilung hindern, mit einem Worte, die selbst treffend homöopathisch gewählte Arznei wirkt schief und erreicht die Absicht nur unvollkommen oder gar nicht.

Daher die vielen Widersprüche der Homöopathen unter einander in Absicht der Gaben-Wiederholung."

Die Tatsache, dass sich die Lebenskraft nach der Wiederholung einer unangepassten Dosis nicht umstellen kann, ist die Schlussfolgerung aus etwa 40 Jahren des Experimentierens und sollte nicht zu leicht genommen werden. In der 6. Auflage des Organon fügt Hahnemann hinzu, dass es selbst mit dem perfekten Mittel unklug ist "es den Kranken bald darauf zum zweiten, dritten Male trocken einnehmen zu lassen".

Das Hervorrufen dieser Nebenwirkungen ist der Hauptgrund, weshalb die Wiederholung von Mitteln vor dem Rückfall von Symptomen in der Homöopathie der 4. Auflage des Organon kontraindiziert ist. Die Verwendung der medizinischen Lösung überwindet dieses Problem, weil sie mit Verschüttelungen so eingestellt werden kann, dass der Patient niemals zweimal die genau gleiche Potenz erhält.

Siehe 'Über das Technische in der Homöopathie'.

"Wird aber zum wiederholten Einnehmen einer und derselben Arznei (was doch zur Erreichung der Heilung einer grossen, langwierigen Krankheit unerlässlich ist) die Gabe jedesmal in ihrem Dynamisations-Grade, wenn auch nur um ein Weniges verändert und modificirt, so nimmt die Lebenskraft des Kranken dieselbe Arznei, selbst in kurzen Zwischenzeiten, unglaublich viele Male nach einander mit dem besten Erfolge und jedesmal zum vermehrten Wohle des Kranken, ruhig und gleichsam gutwillig auf.

Diese Veränderung des Dynamisations-Grades um ein Weniges wird schon bewirkt, wenn man die Flasche, worin die Auflösung des einzigen Kügelchens (oder mehrer), vor jedem Mal Einnehmen schüttelt mit 5, 6 kräftigen Arm-Schlägen."

Es wird von Vielen angenommen, dass die exklusive Einzelgabe die einzig reine Form klassischer Homöopathie sei, da sie nur mit der „Wartezeit- und Beobachtungs-Methode“ der 4. Auflage des Organon- "Wartezeit und Uhr" vertraut sind.

Bis 1833 verwendete der Gründer der Homöopathie die Mittellösung durch eine aufgeteilte Gabe (split dose), sodass er eine homöopathische Medizin wiederholen konnte, sobald er meinte, dass es nötig war. Die Homöopathie, so wie sie allgemein praktiziert wurde, hat sich nach den Techniken, so wie sie Hahnemann zwischen 1828 und 1829 eingeführt hatte, nicht weiterentwickelt, obwohl seine weiterentwickelten Techniken in der 5.Auflage des Organon im Jahr 1833 und in den Chronischen Krankheiten im Jahr 1837 herausgegeben wurden.

Die Verwendung der medizinischen Lösung

Hahnemann übermittelte seine neuen Techniken oft privat an einige seiner angesehensten Studenten, bevor er sie veröffentlichte. Ein Jahr vor der Veröffentlichung der 1837er Auflage der Chronischen Krankheiten schrieb Hahnemann einen Brief an Constantine Hering, in dem er detaillierte Anleitungen der neuesten Techniken gab, die sich auf die medizinischen Lösungen bezogen. Er gab seinem lebenslangen Freund den folgenden Rat.

Dies ist in Bradfords Leben und Briefe von Hahnemann, Seite 367 aufgezeichnet.

"Ich habe einige Verbesserungen bezüglich der technischen Einzelheiten unserer Kunst gemacht, welche ich Ihnen jetzt zuerst übermitteln werde ... . Jetzt, da meine Arzneimittel sehr mächtig sind, löse ich selten mehr als ein Globulus in 7, 15, 20, 30, Esslöffel Wasser auf [ DL ] und, weil der Patient kein destilliertes Wasser hat (welches außerdem nach einigen Tagen verdirbt und gärt), verwende ich für diesen Zweck Quell- oder Flusswasser mit 1/15. oder 1/20. Teil Weingeist vermischt, oder ich platziere drei oder vier kleine Stücke harter Holzholzkohle in die Lösung.

Diese Mischung, (von welcher der mit einem chronischen Leiden betroffene Patient jeden oder jeden zweiten Tag einen Esslöffel oder 1, 2 oder 3 Teelöffel [DL] einnimmt, soll in der Flasche fünf oder sechsmal vor jeder eingenommenen Gabe geschüttelt werden, um den Grad Dynamisation jedes Mal zu ändern. [DL]"

Dies ist das erste Dokument, das wir haben, in dem Hahnemann die vollen Details von der aufgeteilten Gabe und der medizinischen Lösung erwähnt. Hahnemann schlug vor, dass die medizinische Lösung mit 1/15. oder 1/20. Teil Weingeist konserviert wird. Wo Alkohol ungeeignet war, verwendete Hahnemann stattdessen drei oder vier kleine Stücke harter Holzkohle.

Später in seiner Karriere sah man, dass er 1 Teelöffel Alkohol in 4 Unzen Wasser als Konservierungsmittel hinzufügte. Wir stellen fest, dass in Umgebungen, die zu leichtem Verderben tendieren, bis zu 1/3 der Lösung mit Weinbrand konserviert werden muss.

In Hahnemanns Brief an Hering erwähnt er das richtige Maß der dem Patienten zu gebenden Lösung, das zwischen 1, 2 oder 3 Teelöffeln, je nach der Empfindlichkeit der Konstitution, des Alters, der Natur der Krankheit usw., variiert.

Im folgenden Jahr 1837 publizierte Hahnemann öffentlich die Schlussfolgerungen aus seinen Versuchen mit den technischen Methoden, wie man die homöopathische Gabe verabreicht. In diesem Artikel gibt er auch den Rat für die Wiederholung der Mittel bei akuten und chronischen Krankheiten.

Siehe 'Über das Technische in der Homöopathie'.

"Die Erfahrung zeigte mir, wie gewiss auch den besten meiner Nachfolger, dass es hülfreicher sei, in Krankheiten von einiger Beträchtlichkeit (selbst die akutesten nicht ausgenommen, und so um desto mehr in den halbakuten, langwierigen und langwierigsten) das kräftige oder die kräftigen homöopathischen Arzneikügelchen nur in Auflösung und diese Auflösung in getheilten Gaben dem Kranken einzugeben, z.B. eine Auflösung aus 7 bis 20 Esslöffeln Wasser bestehend, ohne einigen Zusatz bei akuten und sehr akuten Krankheiten, alle 6, 4, 2 Stunden, auch, wo die Gefahr dringend ist, alle Stunden, oder alle halbe Stunden, zu einem Esslöffel auf einmal, oder bei Schwächlichen und Kindern selbst nur zu einem kleinen Theile eines Esslöffels (ein, zwei Thee- oder Kaffee-Löffelchen voll) dem Kranken gereicht.

In langwierigen Krankheiten fand ich für's beste, eine Gabe (z.B. einen Löffel voll) von einer solchen Auflösung der passenden Arznei nicht seltner als alle zwei Tage gewöhnlicher aber alle Tage einnehmen zu lassen."

Hahnemann hatte mit der Verwendung der homöopathischen Mittel in Wasser seit den frühen Prüfungen von homöopathischen Arzneimitteln im Jahr 1813 experimentiert. Er verwendete die Wassergabe als eine seiner Techniken, um die Toxizität und Kraft der Mittel während der Arzneimittelprüfungen zu kontrollieren. Die neue aufgeteilte Gabe wird direkt vor jeder Gabe, die eingenommen wird, verschüttelt, um die Potenz nach oben hin anzuheben.

Durch das Ersetzen der exklusiven Einzelgabe durch die neue aufgeteilte Gabe wurde es möglich, ein Globulus mehrmals zu verwenden! Dieser scheinbare Widerspruch wird von der Tatsache aufgehoben, dass die Mittellösung mit nur einer #10er Tablette [ca. Gr. 1 Globuli; Anm. d. Übersetzers] hergestellt wird, die in mehrere flüssige Portionen aufgelöst ist und die wiederholt verwendet werden.

Deshalb nannte Hahnemann seine neue Technik die "aufgeteilte Gabe" Methode statt eine "Multi-Gabe" Methode, denn in diesem Sinne ist es immer noch eine Gabe (d.h. ein Globulus).

Hahnemann merkte bald, dass sich zu viele Gaben von den trockenen Globuli ansammelten, bis sie lästige Verschlimmerungen produzierten. Obwohl es sein kann, dass der Patient die Lösung öfter einnimmt, bekommen sie immer noch eine kleinere Menge, als sie erhalten würden, wenn sie eine trockene Dosis sogar nur einmal wiederholten. Dies ist ein sehr subtiler Aspekt in der Theorie der minimalen Gabe, für die Hahnemann viele Jahre brauchte, um sie vollständig zu verstehen.

Die Herstellung und das Verabreichen einer medizinischen Lösung

Die Zubereitung der Mittellösung für eine zentesimale Potenz kann in 7 einfachen Schritten zusammengefasst werden.

1. Nehmen Sie eine 6 bis 8 Unzen [ca. 180 – 240 ml; Anm. d. Übersetzers] große Flasche und lassen Sie ein, selten 2 #10 Globuli [ca. Gr. 1] des gewählten Mittels hineinfallen. Hahnemann schlug vor, dass die Menge der medizinischen Lösung von 3,5 bis 4 Unzen (7 bis 8 Esslöffel) [ca. 100 – 120 ml] bis zu 20 Unzen (40 Esslöffel) [ca. 590 ml] variieren konnte, Wasser vermischt mit Weinbrand. Ich verwende normalerweise zwischen 4 bis 6 Unzen [120 – 180 ml] Flüssigkeit für meine medizinischen Lösungen. Ich verwende etwas größere Flaschen, weil dies genug Raum für gute Verschüttelungen zulässt. Wenn man von Verschütteln für die Herstellung von Potenzen spricht, schlug Hahnemann vor, bis zu 1/3 des Fläschchens leer zu lassen. Größere Mengen medizinischer Lösungen (8 oz., 12 oz., usw.) [ca. 235 – 355 ml] sind nur notwendig, wenn man einen Überempfindlichen behandelt, weil die größere Menge an Wasser die Gabe sanfter wirken lässt.

2. Fügen Sie genug Wasser vermischt mit Weinbrand hinzu, um die Flasche bis zu 2/3 bis 3/4 mit Flüssigkeit zu füllen. Eine ausreichende Menge an Weinbrand oder reinem Alkohol sollte als Konservierungsmittel in die Lösung hinzugefügt werden. Wenn die Lösung über einen langen Zeitraum benutzt werden soll, dann mischen sie 30% bis 50% Weinbrand zu dem Wasser, das für die Lösung verwendet werden soll. Eine geringere Menge Everclear [käufliches Ethanolprodukt, mit 95% oder 75,5% Alkohol; Anm. des Übersetzers], würde es genauso tun.

3. Die Flasche soll direkt vor der Einnahme verschüttelt werden, um das Mittel zu aktivieren und die Potenz leicht anzuheben. Die Anzahl der Schüttelschläge beeinflusst die Wirkung des Mittels auf die Lebenskraft sehr. Für jene, die überempfindlich sind, genügen üblicherweise 1, 2 oder 3 Schüttelschläge. Für jene mit einer durchschnittlichen Empfindlichkeit braucht es normalerweise 4, 5, 6 oder 7 Schüttelschläge. Jene, mit einer ziemlich niedrigen Empfindlichkeit, können 8, 9, 10, 11, 12 oder mehr Schüttelschläge benötigen. Am besten beginnt man mit einer niedrigeren Anzahl von Schüttelschlägen und steigert dann die Zahl wenn notwendig. Verschüttelungen sind eine der Methoden dafür, die Gabe einzustellen.

4. In diesem Artikel schlägt Hahnemann vor, dass 1, 2 oder 3 Teelöffel der medizinischen Lösung dem Kunden je nach dessen Empfindlichkeit verabreicht werden sollten. Kindern wird 1/2 Teelöffel gegeben. Säuglinge sollten 1/4 Teelöffel oder weniger erhalten, je nach ihrem Alter. Für die meisten Erwachsenen beginnt man am besten mit 1 Teelöffel. Die Größe der Gabe kann allmählich gesteigert werden, wenn mehr für die Reaktion erforderlich ist. Eine Konstitution von einer niedrigeren Empfindlichkeit könnte 2 oder 3 Teelöffel brauchen, bevor sie genug auf das Mittel reagiert.

Hahnemanns Pariser Krankenjournale zeigen, dass es der alte Meister später vorzog, eine medizinische Lösung und ein Verdünnungsglas zu verwenden, um seine Dosis weiter abzuschwächen. 1, 2 oder 3 Teelöffel von der medizinischen Lösung werden in 4 oz. [ca. 120 ml] Wasser verrührt, und 1, 2 oder 3 Teelöffel werden dem Patienten als Dosis verabreicht. Hahnemann gab seine zentesimalen Potenzen zum größten Teil auf die genau gleiche Art und Weise wie seine LM-Potenzen. Die Gabe kann auch mit der Menge des gegebenen Mittels eingestellt werden.

5. Die Dosis sollte durch eine Serie der Verdünnungsgläser eingestellt werden, wenn ein Überempfindlicher, eine ältere Person, schwerwiegend verändertes pathologisches Gewebe, Allergien oder irgendwelche gefährlichen Umstände behandelt werden. Verschütteln sie die Flasche mit dem Mittel mit einer eher zu niedrigen Anzahl von Schüttelschlägen und entnehmen sie einen Teelöffel und rühren sie ihn in das erste Verdünnungsglas. Aus diesem Glas entnehmen Sie einen Teelöffel voll und rühren Sie ihn in ein zweites Verdünnungsglas und aus diesem wird eine Gabe dem Kunden verabreicht.

Ein extrem Überempfindlicher kann das Mittel durch 2 oder 3 solcher Verdünnungsgläser verdünnt benötigen. In diesem Fall wird ein Teelöffel oder weniger dem ersten Glas entnommen und in ein zweites oder drittes Glas gerührt. Diese Personen sind normalerweise fast unmöglich mit Homöopathie zu behandeln, aber wenn man die Gabe auf diese Weise einstellt, bringt es ihnen auf diese Weise große Erleichterung.

6. Geben Sie dem Kunden eine Testgabe und warten Sie und achten Sie eine angemessene Zeit, um zu sehen, wie das Mittel reagiert. Diese Zeitperiode hängt ein wenig vom zeitlichen Verlauf der Krankheit ab, die Sie zu behandeln beabsichtigen. Akute und chronische Krankheiten haben jeweils ihre eigene besondere Wesensart. Wenn es eine bemerkenswerte Reaktion und eine dramatische Verbesserung gibt, dann lassen sie die Einzelgabe ohne Störung wirken. Wenn es nur eine langsame oder gemäßigte Verbesserung gibt, kann es sein, dass die Gabe in richtigen Intervallen zu wiederholen ist, um die Heilung zu beschleunigen.

7. Wenn das Mittel irgendeine Verschlimmerung produziert, ist es am besten, zu warten und auf die erwartete Verbesserung zu achten. Wenn das Mittel wieder verabreicht wird, muss es nach unten eingestellt werden. Dies bedeutet, dass man eine niedrigere Stärke, weniger Schüttelschläge, eine kleinere Gabe, ein oder mehrere Verdünnungsgläser verwenden kann, oder nur eine Gabe verabreicht, oder man das Mittel in längeren Intervallen wiederholt. Der Homöopath kann eine oder mehrere von diesen Techniken nach Bedarf verwenden. Dies sind Beispiele, wie man die Gabe in einer Abwärtsrichtung einstellen kann.

Natürlich müssen alle Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden und der Patient sollte dazu aufgefordert werden, eine halbe Stunde vor und nach der Einnahme des Mittels weder zu essen noch zu trinken. Dies sind die grundlegenden Anweisungen, wie man eine flüssige Gabe zubereitet und verabreicht.

Es kann einige Zeit brauchen, bis man gelernt hat, wie die Gabe einzustellen ist, um sowohl zur Empfindlichkeit der Person zu passen, als auch zur Natur der Krankheit, die behandelt wird. Dies kommt mit der Zeit und der Erfahrung.

Manche mögen fragen, warum soll man all diese Schwierigkeiten in Kauf nehmen, um die medizinischen Lösungen zu verwenden? Die Antwort ist ziemlich einfach. Wollen Sie die am meisten chronisch Kranken und die überempfindlichsten Personen behandeln? Wollen Sie die Zeit der Heilung auf die Hälfte, ein Viertel oder weniger der Zeit beschleunigen, als es mit der Trockengabe dauern würde? Wollen Sie Hahnemanns fortschrittlichste Methoden anwenden und in seine Fußstapfen treten?

Wenn Sie es tun, dann ist es ein wenig mehr Mühe auf Ihrer Seite wert.