Ein Knochensarkom-Fall

Ein Knochensarkom-Fall

Author: 
Prafull Vijayakar

Ein 16 Jahre alter Junge aus einer armen Familie wurde mit den Beschwerden akuter Schmerzen und einer tumorartigen Schwellung im hinteren Oberschenkelbereich als Folge einer Verletzung zu uns gebracht, ohne äußere Anzeichen einer Verletzung. Er war im Heimatort vom Fahrrad gestürzt und wurde vor vier Wochen am rechten Oberschenkel verletzt. Er wurde von einem örtlichen Doktor behandelt. Nach einer Woche mit geringen Schmerzen begannen unerträgliche Schmerzen an der Stelle der Verletzung aufzutreten und er wurde wieder mit entzündungshemmenden Tabletten und Schmerzmitteln behandelt. Nach ungefähr 15 Tagen stürzte er während des Spielens und verletzte sich wieder an genau der gleichen Stelle.

Jeden Abend bekam er wieder unerträgliche Schmerzen an der gleichen Stelle, weshalb er in das Krankenhaus eingeliefert wurde, und ihm mussten täglich Schmerzmittel gespritzt werden. Er verbrachte dann seine Ferien in Mumbai (Bombay - Anm. des Übersetzers) bei seinen älteren Brüdern. Er war einer von vier Brüdern. Der Vater verstarb vor 10 Jahren. Die Mutter arbeitete hart für den Lebensunterhalt. Er war einer von Zwillingen. Sein Zwillingsbruder stand ihm sehr nahe. Sie waren sich eng verbunden und er konnte nicht ohne ihm sein, aber da sein Bruder kein guter Schüler war, zog er nach Mumbai um dort zu arbeiten. Er jedoch war ein sehr guter und gewissenhafter Schüler und blieb an seinem Heimatort. Nach der Trennung (vor 4 Jahren) wurde er traurig, still und sprach zu niemandem mehr, er schmollte vor sich hin und entwickelte fast täglich niedriges Fieber.

Er hatte vor seinem ältesten Bruder Angst, weil der sehr streng war und ihn gelegentlich schlug. Dieser Junge war ein glänzender Schüler und hatte in Sprachen gute Noten. Er mochte die Mathematik nicht und bekam hier nur schlechte Noten, was der einzige Grund für die Strafen war. Nach der Abreise seines Zwillingsbruders sprach er in seinem Heimatort mit niemandem außer mit seiner Mutter. Er war so zurückhaltend und verschlossen, dass er, als er nach Mumbai in die Ferien kam, seinen älteren Brüdern nicht einmal verriet, dass er einen Unfall hatte und dass er vor der Reise im Krankenhaus war. Nur wegen seines hinkenden Ganges erfuhren die Brüder von seiner Verletzung. Innerhalb von drei Tagen nach seiner Ankunft wurden die Schmerzen so stark, dass er in Mumbai wieder in das Krankenhaus musste. Es konnte kein Bruch festgestellt werden, aber die allopathische Behandlung konnte ihm keine Erleichterung bringen. Die Wahrscheinlichkeit eines Osteosarkoms zeichnete sich bedrohlich ab, und daher wurde an eine größere Operation gedacht.

Als das Kind zu uns in die klinische Ambulanz gebracht wurde, saß dieses Kind mit hängendem Kopf da, schaute kaum hoch und sprach nur wenig mit uns. Antworten wurden nur einsilbig und ohne aufzuschauen gegeben. Im Vergleich zu seinem Zwillingsbruder, der fast doppelt so groß war, war er trotz seines Alters von 16 Jahren klein und dünn. Als sein Bruder das Dorf verließ um in die Stadt zu ziehen, hörte er auf zu wachsen. Er weigerte sich über seine Gefühle, als der Bruder wegzog, zu sprechen.

Seine persönlichen Vorlieben und Abneigungen lagen auf der Hand. Er hasste kaltes Wetter, da er es überhaupt nicht vertrug. Er hasste die Sonne, welche Kopfschmerzen verursachte. Er hatte nie Durst und hatte eine starke Abneigung gegen Milch.

FALLAUFNAHME:

Uns ist es häufig von Nutzen, die unmittelbare Ursache gründlich zu erfragen. Der Verlauf der Oberschenkelverletzung ist einfach nicht ausreichend. Die Art und Weise, sowie die Umstände, die zur Verletzung führten, sowie die Reaktion des Jungen darauf, sagt Ihnen so Vieles über seine Konstitution aus. Der Junge wurde gefragt, wie er vom Fahrrad stürzte.

- War er gerade dabei, Fahrradfahren zu lernen? Oder wurde er von jemandem geschubst?
- Oder versuchte er Kunststücke? War er zu ungestüm?
- Hat er aus Unfug versucht, jemanden Anderes umzureißen? Was tat er nach dem Sturz?
- Hat er sich einfach sein Fahrrad geschnappt um weiterzufahren?
- War er so wütend auf das Fahrrad, dass er auf es eintrat? Oder stand er auf und knallte den Fahrradreifen gegen die Wand?
- War er so verängstigt, dass er liegen blieb und um Hilfe rief, oder ließ er das Fahrrad einfach liegen, ging nach Hause und weinte?

Er stand einfach auf, schnappte sein geliehenes Fahrrad, gab es dem Besitzer zurück, zahlte die Gebühr für eine Stunde, obwohl er nur eine halbe Stunde gefahren war, und ging nach Hause.

Obwohl es sich um eine Verletzung handelt oder um die Folgen einer Verletzung, wird ein überzeugter Homöopath die Konstitution des Patienten oder der verletzten Person ermitteln. Die Kenntnis über die Konstitution lässt ihn im Voraus wissen, wie sich der Knochen auf Verletzung verhalten wird und es ist die Kenntnis der Reaktion oder des Verhaltens der verletzten Person, welche ihm helfen, die Konstitution einzuschätzen.

Es ist so einfach, Arnika zu verschreiben, drei mal täglich, oder wiederholt Symphytum oder Ruta, Calc-fl., usw. Diese Mittel wirken nur, wenn die Verletzung nicht zu schwer ist, und wenn sie keine konstitutionelle Wirkung hatten oder eine solche verstärkten, oder wenn die Verletzung nicht droht, sich bösartig zu entwickeln. Noch können sie die Konstitution daran hindern, eine rheumatoide Arthritis usw. zu entwickeln. Daher wird der Wirkbereich bei Verwendung solcher akuter Verletzungsmittel, verschrieben alleine für die Verletzung, ohne Überseinstimmung des Bildes der allgemeinen, geistigen und besonderen Symptome, nur bei psorischer Konstitution Hilfe bringen, wenn die Konstitution stark genug ist, jeder Unterdrückung zu widerstehen. In solchen Fällen hat es sich mir gezeigt, dass es immer besser ist, die Konstitution des Patienten sich von selbst erholen zu lassen, anstatt sie zu stören; daher ist das beste Ergebnis dadurch zu erreichen, indem man den Patienten auf Plazebos setzt. Gelenkverletzungen, zum Beispiel am Knie, die blindlinks mit Arnika montana, Bryonia oder Rhus tox. behandelt werden, haben sich ungewollt und unwissentlich nach anfänglicher Besserung der Schmerzen in eine lumbosakrale Spondylitis und weiter in eine weit ausgebreitete multiple Gelenksarthritis entwickeln können, oder sich fortschreitend in einen anderen Bereich, wie den kardiovaskulären (3. bis 4. Schicht der Unterdrückung) und der Patient entwickelt einen Bluthochdruck oder eine ischämische Herzerkrankung. Der Arnika-Bryonia-Rhus tox. - Verschreiber befindet sich in seliger Unwissenheit über eine solche Symptomenübertragung, welche primär von ihm verursacht wird. Dies geschieht aufgrund eklatanter Missachtung oder Beugung des homöopathischen Heilungsgesetzes - 'Similia Similibus Curentur'! Die Symptomenähnlichkeit, wenn wir uns darüber streiten wollten, ist lediglich örtlich. Jedes Individuum oder jede Konstitution antwortet mit eine Reaktion auf eine Verletzung entsprechend seiner Grundnatur. Diese Reaktion ist nicht nur im geistigen Bereich (z.B. die Einstellung gegenüber des Leidens) individuell, sondern auch auf körperlicher Ebene, d.h. auf der Ebene, wie sich Gewebe nach der Verletzung verhalten oder auf sie reagieren. Dies wiederum ist völlig von dem dominierenden Miasma abhängig, welches die Konstitution im Moment beherrscht.

In dem oben genannten Fall führte das Miasma die Gewebe, speziell den Knochen, dazu, tumorartig zu wachsen, und dies auf verdeckte Art und Weise, langsam und heimtückisch. Das gleiche Miasma spiegelt sich in dem Verhalten des Jungen wieder, in seiner geheimnisvollen Art, der Verschlossenheit, der Schweigsamkeit, obwohl er so tief verletzt ist. Er klagte gegenüber seinen Brüdern nicht, oder offenbarte ihnen seine Verletzung nicht, selbst nicht den Krankenhausaufenthalt (ein bedeutsames Vorkommnis). Sein Miasma ist nun zur Genüge klar - ein starkes sykotisches beeinflusste seinen Lebensprozess in den vergangenen Jahren und hemmt ihn und lässt ihn nicht wachsen. Diese Sykose drohte nun zu wandern und sich zu einer gefährlicheren und zerstörerischeren Art der Miasmen zu wandeln - dem syphilitischem Miasma.

Die Bedrohung durch das syphilitische Miasma befand sich noch in einer dynamischen Form und hat sich noch nicht als Syphilis angesiedelt, erkennbar daran, dass die Schmerzen nur nach dem Sonnenuntergang nach Schmerzmittel-Injektionen verlangten. Ein tolerantes, nicht klagendes Kind, gequält in dem Ausmaß, dass der einzige Ausweg nächtliche Schmerzmittelspritzen sind, während es tagsüber freudig spielt, war eine eindeutige Warnung der Konstitution, dass sie syphilitisch zu werden droht, das heißt, sich in Richtung Zerstörung verändert - die gefürchtete Kombination 'Sykose und Syphilis', die sich auf eine Verletzung oder Reizung (psorisch) setzt. Der Bruch eines normalen Gewebes ist es, was zu bösartigem oder krebsartigem Wachstum führt.

Wenn seine Konstitution syphilitisch wäre, würde das vorherrschende syphilitische Miasma in besagtem Fall zu einer sehr zerstörerischen krankhaften Veränderung geführt haben, sowohl an der Haut, als auch an Knochen. Kurz gesagt, eine stark syphilitische Konstitution hätte sich uns in Form der Zerstörung der Epidermis, Dermis und Muskulatur gezeigt, als sehr ausgefranste oder zerklüftete und nicht klar abgegrenzte, tiefe, auf Berührung blutende Wunde, mit einer darunter liegenden multiplen Knochenfraktur.

Eine Psora hätte oberflächliche Abschürfungen gezeigt, mit intensiv ängstlicher Stimmung, Jedem seine Beschwerden mitteilend und besorgt in Bezug der Prognose.

Dieser Junge erlaubte es nicht nur mir, ihn ohne viel Theater zu untersuchen, sondern auch allen anderen Studenten und Ärzten. Unsere einzige Arbeit war vollbracht, wir brauchten ein Similimum von 'sykotischem Miasma' i......(1)

Nun schreiten wir weiter fort um herauszufinden, welche die angeborenen oder vererbten Charakteristika, oder die nicht krankhaften natürlichen Eigenschaften sind, wie sie durch den genetischen Code ausgedrückt werden. Diese werden die Basis unseres genetischen, konstitutionellen Similimums sein [das Mittel, das dem Fall ganz genau ähnlich ist].

Diese angeborenen natürlichen Charakteristika sollten betont und offensichtlich sein. Sie sollten von allen Ärzten und Verwandten, die anwesend sind, bestätigt werden. Sie sollten nicht erfunden sein oder der Einbildung ärztlicher Vorstellungskraft entspringen. Die angeborene Charakteristik sollte vorzüglich eine große Rubrik mit mehr als 250-300 Mittel sein. So wird selbst ein wenig bekanntes Mittel von der Berücksichtigung als Similimum nicht ausgeschlossen werden. Nehmen wir also Schüchternheit, Milde, Gewalt, Lebhaftigkeit, Abneigung zu sprechen, usw. Richtige Beobachtung spielt ebenso eine wichtige Rolle in der Betrachtung der angeborenen Charakteristik.

Die Haupteigenschaft, das heißt die zentrale Rubrik sollte aus dem richtigen Blickwinkel beobachtet, analysiert und verstanden werden. Sie muss nicht unbedingt durch den Patienten ausgedrückt werden.

Bist Du schüchtern, scheu, verschämt? Oder bist Du hochmütig? Bist Du ein Feigling? Bist Du zurückhaltend usw.? Solche Schlüsselfragen können einer Krankengeschichte niemals hilfreich sein. Eine wirklich hochmütige Person würde es niemals zugeben, dass sie oder er hochmütig wäre, da es ihrem oder seinem Bild schaden würde. Die Person würde nichts Falsches in ihrem Auftreten oder Verhalten gegenüber Anderen sehen, und falsches Verhalten, das sie wie auch immer an den Tag legt, wird vehement als Reaktion auf falsches Verhalten Anderer zurückgeführt werden, was sie für ziemlich normal halten würde.

Scharfes Beobachten mit einem weitreichenden Blick dafür, was der Person in der Vergangenheit und in der Gegenwart widerfahren ist, und die Reaktion auf die Umstände helfen uns, die Reaktion aus dem richtigen Blickwinkel zu analysieren und eine hilfreiche Rubrik zu wählen, die die natürliche, angeborene uns hauptsächlich nicht-krankheitsbedingte Charakteristik abdeckt.

Die Reaktion einer individuellen Konstitution ist wie das Verhalten einer Substanz (Holz, Zinn, Eisen, Glas, Baumwolle usw.), wenn sie der gleichen Aktion oder dem gleichen Stimulus ausgesetzt würde. Wenn wir mit der Faust auf Holz, Zinn, Eisen, Glas, Baumwolle, usw. schlagen, wird ein Mensch mit durchschnittlichem Intellekt und Intelligenz, selbst mit verbundenen Augen, in der Lage sein, das Material auf das er schlug zu differenzieren und festzustellen. Ähnlich muss ein Homöopath einen natürlichen Instinkt oder ein Verständnis dafür entwickeln, wie sich verschiedene Mittel aufgrund ihrer natürlichen Charakteristik in der gleichen Situation oder unter einem ähnlichen Stimulus verhalten oder reagieren würden, um sie voneinander zu unterscheiden

(A) Untersuchung der Umstände, die zu der Verletzung geführt haben.

- Weil der Junge erst im Alter von 16 Jahren in Begriff war, das Fahrradfahren zu erlernen, zeigt uns das, dass er entweder ein VORSICHTIGES oder ÄNGSTLICHES Kind wie Calc., Sil., Puls., Baryta, Bufo usw. ist (langsamer Lerner). Bis in seine Teenager-Jahre hat er nicht Radfahren gelernt.

- Wenn der Junge Kunststücke gemacht hätte, wie freihändig zu fahren, auf dem Sitz zu stehen oder mit dem Rücken zur Fahrtrichtung zu sitzen, usw., würde dies für einen draufgängerischen, risikobereiten und prahlerischen Charakter sprechen (Plat., Lach., Bell., Merc., Nux-v.), oder für einen Schalk oder Possenspieler (Possenspielen - Merc., Hyos., Op., Verat., Bell.), oder er wäre ungestüm, unachtsam, mutig; oder von revoltierendem Charakter (Merc., Op., Tarent., Tub.). Er könnte auch ein Junge sein, entweder mit geringer Intelligenz oder einer, dessen Gespür für richtig und falsch verloren ging, wie bei einem Baryta carb. oder Anacardium, die sich nicht um die Konsequenzen scheren.

- Wenn er versuchte, jemanden umzustoßen, ist er dann spitzbübisch, boshaft, destruktiv, böse oder aufwieglerisch (wie Hyos., Lach., Cann-ind., Nux-v., Merc-sol., Tarentula, usw)?

(B) Reaktion auf den Auslöser (Unfall): Was tat er nach dem Unfall?

- Wenn er sogleich sein Fahrrad wieder geschnappt hätte und weitergefahren wäre, würde das auf ein ausgeglichenes Individuum hinweisen, das nicht leicht aus dem Konzept zu bringen und nicht leicht zu entmutigen ist.

- Der Versuch, das Fahrrad zu zerstören zeigt ein Kind zornigen Temperaments, verschlimmert durch Widerspruch; zerstörerisch, böse usw., vermutlich ein syphilitisches Mittel.

- Da zu sitzen, zu weinen und um Hilfe zu rufen würde nicht auf einen starken Charakter hinweisen, und uns möglicherweise eine weiche, zaghafte, milde, weinerliche und entmutigte, besorgte, ängstliche Persönlichkeit projizieren.

- Das Fahrrad am Unfallort zurückzulassen und nach Hause zu laufen würde uns eine ich-bezogene, selbstsüchtige Persönlichkeit aufzeigen, mit Angst um die eigene Gesundheit, alles Andere um sich herum vergessend.

Nun zurück zu unserem Fall: Er hat Fahrradfahren gelernt, fiel hin, stand wieder auf, brachte das Fahrrad dem Besitzer zurück, bezahlte seine Schulden, obwohl die Entleihzeit noch nicht vorüber war, kam nach Hause und erzählte niemandem von dem Unfall. Man sieht, dass dieser Teenager im Alter von 16 Jahren das Fahrradfahren erlernte und einen VORSICHTIGEN ZAGHAFTEN Charakter aufweist. Die Reaktion des Kindes auf den Unfall war, dass es das Fahrrad aufnahm, dem Besitzer zurückgab, diesen bezahlte und still nach Hause kam um zu ruhen. Dies zeigt keinen ichbezogenen sondern einen pflichtbewussteren, wenn auch zaghaften Charakter. Trotz der Schmerzen und des Unfalles dachte er doch, dass es seine Pflicht ist, zuerst zu zahlen und das Fahrrad dem Besitzer zurückzubringen. Er fuhr nicht mehr weiter, entweder aufgrund der Schmerzen, oder aus Furcht, er war also leicht entmutigt.

Abschließende Analyse:

Wir möchten ein Mittel oder eine Konstitution, die überwiegend 'sykotisch' als Miasma und fröstelnd, durstlos, zaghaft, zurückhaltend, vorsichtig, pflichtbewusst, leicht entmutigt ist, die bei Sonne verschlimmert und eine starke Aversion gegen Milch besitzt.

Wenn wir eine kleine Rubrik wählen würden, könnte man Gefahr laufen, ein kleines Mittel zu eliminieren. Durch Beobachtung konnte er folgenderweise gesehen werden -

+ Introvertiert (insgesamt 28 Mittel, KEIN 3-wertiges Mittel)

+ Zurückhaltend (insgesamt 98 Mittel, EIN 3-wertiges Mittel)

+ verschlossen (insgesamt 19 Mittel, KEIN 3-wertiges Mittel)

+ Gesellschaft, Abneigung gegen (187 Mittel, ELF 3-wertige Mittel)

+ Menschenfeindlichkeit (45 Mittel, EIN 3-wertiges Mittel)

Diese Rubriken enden schließlich darin, auf eine ausdrucksschwache Persönlichkeit zu deuten, d.h. auf eine Person, die nicht spricht oder irgendetwas enthüllt. Daher ist es die erste Rubrik, die als zentrale Rubrik genutzt wird:

(a) Abneigung gegen Reden (268 Mittel. Es sind nahezu alle Mittel der oben aufgeführten Rubriken enthalten und viele sind 2-3-wertig). Zweitens besaß er eine schüchterne Persönlichkeit, er selten aufschaute und er ohne abzuschweifen antwortete, während er hinabschaute.

(b) Schüchternheit (Scheue-Schüchternheit)

Durch eliminative Analyse von (a) + (b) + frostigen Mitteln, waren die Mittel, die sich aufzeigten Anac., Aur., Bar-c., Bell., Boy., Gal-c., Cal-sil., Carbo-veg., Caust., China, Correa., Canth., Cupr., Graph., Ign., Nat-carb., Mez., Nat-phos., Nux-v., Petrol., Phos., Sil., Staph. (Völlig rastlose, aktive und gewalttätige Mittel wurden eliminiert, wie z.B. Rhus-t., Hyos., Stram., Tub., Zinc., Tarent., Bell.).

Sonne, durch Einwirkung von, agg. wurde als dritte Rubrik zu Elimination verwendet.

Der Mensch ist Teil und ein Stück des Energie-Zyklus, und einer Wirkung irgendeiner kosmischen Energie, z.B. von der Sonne, dem Mond, des Magnetismus oder elektrische Veränderungen, Wetterwechsel, usw. auf die Konstitution sollte große Aufmerksam gewidmet werden, weil der lebende Organismus so geschaffen wurde, damit er in Harmonie innerhalb dieses universellen Zyklus lebt. Jede Überempfindlichkeit (oder deren Fehlen) kann als eliminierender Faktor genutzt werden.

In unserem Fall muss eine frostige, stille (Abneigung gegen Reden) und schüchterne Konstitution eine Verschlimmerung durch Sonne haben:

(A)+(B) (Sonne agg.) = Baryta-c. Boy., Calc-carb., Carbo-v., Graph., Ign., Nat-c., Nux-v. ------ (C)

Schritt V

Verwende nun Allgemeines zur Elimination:

(a) Durstlosigkeit

Calc-c., und Nux-v. sind vorrangig sehr durstige Mittel und können sicher ausgeschlossen werden, da der Junge ja durstlos ist. Es bleiben übrig - Baryta-car., Boy, Carbo-veg., Graph., Ign., Nat-c.

(b) Starke Abneigung gegen Milch bringt die wahrscheinliche Konstitution auf Boy., Carbo-veg., Ign., Nat-carb.

Schritt VI

Der Junge war sehr fleißig und gewissenhaft seitens sowohl seines Lerneifers, als auch seiner Reaktion auf den Unfall, wo er für den Besitz des Anderen sorgte und ihn pflichtbewusst zurückbrachte und seine Schulden bezahlte.

Durch Elimination der nicht-pflichtbewussten Mittel, bleiben uns noch zwei mögliche genetische Konstitutionen übrig (Ign. und Nat-carb.).

Schritt VII

Unter Verwendung der Kenntnisse aus der Materia medica wissen wir, dass Ignatia eine sehr empfindliche, sentimentale, lebhafte, mutige und eine mehr hysterische Persönlichkeit beschreibt.

Natrium carbonicum mit seiner Menschenfeindlichkeit und vorwiegend sykotischem Miasma und Schüchternheit, mit der hundertprozentigen Parallelität mit dem Zwillingsbruder war eine bessere Wahl.

- Natrium-carb. deckt das fehlende Talent für die Mathematik ab.
- Natrium-carb. ist leicht entmutigt
- Natrium-carb. hat die hundertprozentige Parallelität (hier mit dem Bruder)

So wurde Natrium-carb. als genetisches konstitutionelles Similimum ausgewählt, weil es das Miasma (Sykosis), die Abneigung gegenüber der natürlichen allgemeinen Eigenschaft zu reden und die Schüchternheit abdeckt; er war fröstelig mit Verschlimmerung durch die Sonne; mit Abneigung zu Milch und extrem pflichtbewusst.

7. Juli:

Nat-carb. C30 - einmalige Dosis

14. Juli:

(a) Der Junge kam ohne zu hinken.

(b) Der Junge kam lächelnd herein und und wirkte vor all den Ärzten in der Ambulanz entspannt.

(c) Er bekam während der ganzen Woche keine Schmerzmittelinjektionen, weil die Schmerzen deutlich nachgelassen haben.

(d) Hat das Verlangen zu spielen und spielte den ganzen Tag.

(e) Die tumorartige Schwellung nahm ab, war aber noch vorhanden.

(f) Antwortete frei heraus und lächelte dabei.

21. Juli:

(a) Die Schmerzen sind verschwunden.

(b) Die Schwellung ist weg.

(c) Das Kind ist aktiv, smart, lächelt und ist kommunikativer.

-- Dr. Prafull Vijayakar