David Little <-- Interviewt von Dr. Leela D'Souza

David Little <-- Interviewt von Dr. Leela D'Souza

Author: 
Leela D'Souza

Leela: Hallo David, willkommen zurück! Es scheint, dass fast jeder Homöopath, der Zugang ins Internet hat, den ersten Teil dieses Interviews gelesen hat. Mir wurde immer und immer wieder mitgeteilt, wie wunderbar es war. Jemand nannte es sogar eine "homöopathische Schenkung"! Aber ich glaube, wir können dieses Mal einen signifikanteren Leckerbissen erwarten!

Ist es nicht großartig, dass der homöopathische Gedanke durch das Internet so geformt werden kann, dass langsam weltweit eine gemeinsame Plattform geschaffen werden kann? Unterschiedliche Meinungen werden in diesem Medium in dem Sinne offen diskutiert, wie es das Beste für die zukünftige Entwicklung unseres Heilsystems ist. Mir wird bewusst, dass es für sie eine Herzensangelegenheit ist, darin mitzuhelfen, eine Generation von Homöopathen zu schaffen, die eine feste Grundlage in den homöopathischen Prinzipien haben, damit die Homöopathie ein klares, vollständiges, alternatives System werden kann, um Menschen zu heilen, ganz besonders die Armen.

David: Das WWW hat mein Leben völlig verändert! Während meiner ersten Jahre in Indien war ich von der weltweiten homöopathischen Gemeinschaft sehr isoliert und konnte nur mit meinen indischen Kollegen interagieren. Da meine gesamte Arbeit in Indien kostenfrei ist, musste ich meine Familie verlassen und in den Westen gehen, um Geld zu machen. Ich lehrte die Homöopathie und osteopathisch manipulative Techniken und kraniosakrale Therapie, bis ich genügend Geld gespart hatte, um meine Klinik zu finanzieren und meine wachsende Familie zu ernähren. Mitte der 90-er verbrachte ich ein paar Jahre auf Maui, Hawaii, und ging ins Internet, um meine Erfahrungen zu teilen. Damals trat ich der jungen Homeolist bei, als nur wenige hundert Personen beteiligt waren. Zu jener Zeit hatte ich 'Hahnemann Advanced Methods' (Hahnemanns fortgeschrittene Techniken) geschrieben, was geholfen hat, das Wiederaufleben des Interesses für das Organon anzuregen und die ernsthafte Erforschung der LM Potenz zu begründen.

Zur Zeit meiner Rückkehr nach Indien in den späten 90-ern hatte das WWW schließlich die Gegend meines Dorfes erreicht, und ich konnte von Indien aus online gehen. Dies veränderte mein Leben, weil ich in der Lage war, mit der weltweiten homöopathischen Gemeinschaft in Kontakt zu bleiben, ohne Asien verlassen zu müssen. Ich errichtete eine Webseite und über meine Online-Kurse war ich in der Lage, meine Forschungen und kostenlosen Dienste, wie auch die Fürsorge für meine Familie, zu finanzieren, während ich in den entlegenen Gebieten des Himalaja lebte. Das war für mich ein wahrer Segen, weil es mir ermöglichte global zu gehen, während ich zu Hause bleiben konnte!

Leela: Ich verstehe völlig! Das Internet war auch für mich ein Segen, das es mir ermöglichte, eine fast ganztägige Praxis von zu Hause aus zu führen, während ich meinen drei Kindern zur Verfügung stand! Ich habe von Homöopathen aus der ganzen Welt gelernt. Dies alles war sogar noch vor 10 Jahren unmöglich!

David: Ja, das WWW versetzte mich in ständigen Kontakt mit meiner Gruppe und öffnete mir Kanäle zu Informationen, die vormals nie möglich waren. Es hat mich mit Homöopathen aus jedem Kontinent und vielen Ländern in Kontakt gebracht. Es ist eine Quelle für klassisches Material und ein Versuchsgelände für neue Ideen. Es ist ein herrlicher Platz, um eigene Forschungen zu teilen, weil es eine Anzahl von Personen gibt, die dich auf deine Fehler aufmerksam machen. Es half mir zu lernen, wie man Ideen zusammenstellt und sie auf eine einfache Art ausdrückt. Auf diese Weise werden deine schlimmsten Kritiker zu deinen besten Verbündeten! Ich bin mir sicher, Hahnemann, Boenninghausen und Hering hätten es geliebt, mit unseren Computern und dem Worldwide Web zu arbeiten!


Leela: Ja, sie hätten viel Spaß damit gehabt!

Ein Gebiet, das wir bisher noch nicht angesprochen haben, waren Hahnemanns Erkenntnisse über Miasmen, und wie er dieses Konzept entwickelte. Könnten Sie uns davon berichten?

David: Aber sicher. 1828 war ein Jahr des Wendepunktes für die Homöopathie, weil es die Mitte in Hahnemanns Karriere markiert. Von 1810 bis 1828 war die Homöopathie hauptsächlich auf das Konzept der Ähnlichkeit und des Individualisierens, mit dem in Übereinstimmung bringen von individuellen Symptomen  mit denen der Materia medica, begründet. Bis hier basierten Hahnemanns Schriften über die Ätiologie auf der Widerlegung der allopathischen reduktionistischen Sichtweise der Kausalität. Zu dieser Zeit betonte der Begründer die zentrale Rolle der Totalität der Symptome und die Notwendigkeit, jeden einzelnen Fall nach eigenem Für und Wider zu beurteilen.

Dies führte einige Homöopathen dazu zu behaupten, dass man nichts über die Verursachung oder der Natur und dem Stadium des Krankheitszustandes, der den Patienten befällt, wissen müsste. Sie behaupten, dass alles, worauf man zu schauen hätte, die Leitsymptome seien. Dies ist allerdings eine Übervereinfachung einer komplexeren Situation.  Sogar in dieser frühen Periode hat Hahnemann die Wichtigkeit des Verständnisses für die Natur des Krankheitszustandes aufgezeigt und erklärt, dass es spezifische Verursachungen in Bezug auf infektiöse Miasmen gäbe. Nur alleine die Symptome ohne Verständnis ihrer langfristigen Bedeutung aufzuzeichnen reicht nicht aus, wenn man ein Mittel auswählt, dass wirklich heilen oder den Fall über einen längeren Zeitraum behandeln wird.

Von 1828 bis 1833 führte der Begründer die ausgeklügeltste kausale Doktrin in der Medizin ein. Während dieser Periode zeigte Hahnemann auf, dass solange die Menschheit existiert, sie als Individuum und als Gemeinschaft Krankheiten mit moralischen und physikalischen Ursachen ausgesetzt war. Die Idee von "individuell und gemeinschaftlich" wurde nun laut Hahnemanns Ansicht für Krankheit und Behandlung von zentraler Bedeutung. Die individuellen Störungen basieren auf einer persönlichen Ursache oder auf gemischte Ätiologien, die den Patienten auf einzigartige Weise befallen. Unter diesen Bedingungen zeigen keine zwei Personen exakt die gleichen Symptome und Syndrome.

Leela: Das bedeutet, dass es zwei Aspekte im Verständnis von Krankheitserscheinungen gibt. Der eine ist die Entwicklung von Krankheit in jeder individuellen Person und der Zweite ist der ähnliche Ausdruck der Krankheit, die von kollektiver Natur ist, in bestimmten Gruppen von Leuten.

David: Ja, kollektive Störungen basieren auf Krankheiten mit einer gemeinsamen Ursache und ähnlicher Symptome, die eine homogene Gruppe befallen. Die kollektiven Störungen, die in Hahnemanns Schriften gefunden werden, schließen Traumata, von der Umwelt beeinflusste Störungen, endemische nahrungsbedingte Erkrankungen und feststehende infektiöse Miasmen ein. Hahnemann hat herausgefunden, dass seine Ideen von Simila und Individualisierung ohne Verständnis der Krankheiten mit gemeinsamem Ursprung und kollektiven Miasmen, welche studiert werden müssen, indem man eine Gruppenfallaufnahme vornimmt, unvollständig sind. Dies war während der frühen Homöopathie der Hauptgrund für Hahnemanns Scheitern in der Heilung der chronischen Miasmen und weshalb er die Chronischen Krankheiten schrieb, welches die kollektive Anamnese in die 5. und 6. Auflage des Organon integrierte. Kollektive Störungen werden selten, es sei denn mit mehr Glück als mit Wissenschaft und Logik, durch individuelle Mittel einheitlich geheilt.

Leela: Hmm, wenn man erwartet, dass einfach das konstitutionelle Mittel die miasmatischen Tendenzen heilen würde, wäre dies eine allzu simple Methode, die Miasmen zu verstehen und zu behandeln, anders als sie Hahnemann zu sein wahrnahm.

David: Unsere konstitutionellen Mittel sind miasmatische und multimiasmatische Mittel. Dies bedeutet, dass sie in vielen Fällen in der Lage sind, Miasmen als Teil des gesamten konstitutionellen Bildes zu heilen. Es gibt Fälle, wie auch immer, in denen ein spezifisches Miasma ein Heilungshindernis darstellt. In diesen Fällen muss man die Symptome aus der miasmatischen Perspektive studieren und die antimiasmatische Behandlung durchführen. Dies bedeutet, dass man eine Differenzialdiagnose dieser Symptome durchführen muss. Wenn die Symptome des Patienten sich in einem einzigen konstitutionellen Bild zeigen, nehme ich zuerst das konstitutionelle Mittel. Wenn sich die Symptome des Patienten von den kollektiven Charakteristiken eines Miasmas her gesehen ausdrücken, benutze ich zuerst das antimiasmatische Mittel.

Wenn man zuerst das konstitutionelle Mittel verwendet, und der Fall scheint danach Fortschritte zu machen, hört aber dann das Mittel zu wirken auf, dann kann dies ein Zeichen dafür sein, dass der Patient ein chronisches Zwischenmittel braucht, das ein antimiasmatisches Mittel aus der Pflanzen-, Mineral- oder Tierwelt ist, oder aber eine Nosode des widrigen Miasmas sein könnte. Ein solches Mittel bringt entweder den Fall vorwärts, oder es sensibilisiert den Patienten wieder, sodass das Konstitutionsmittel wieder gut zu wirken beginnen wird. Manchmal hat man vielleicht mehrere Mittel, die gut gewählt schienen, versucht, aber sie werden nicht wirken, bevor das zugrunde liegende Miasma behandelt ist. Man muss verstehen, dass nicht alle Fälle in genau der gleichen Weise angegangen werden können, und dass man in den klinischen Methoden flexibel sein muss.

Hahnemann hatte klar aufgezeigt, dass die Miasmen auf den vererbten und erworbenen Auswirkungen von Infektionen basieren. Sein detailliertes Studium schloss Beobachtungen von Veranlagung, Vererbung, Empfänglichkeit, den Zeitpunkt der Infektion, das Prodromalstadium, das Primärstadium, das Latenzstadium und das Sekundärstadium mit ein. Dies macht Hahnemann zum Vater der modernen Epidemiologie! Er präsentierte die detaillierteste Studie über das, was man heute Autoimmunerkrankungen und Immundefizienzstörungen nennt, die jemals geschrieben wurde. Viele degenerative Erkrankungen, wie multiple Sklerose und rheumatoide Arthritis, Allergien, Asthma usw. werden heute als Autoimmunstörungen angesehen. Es wird angenommen, dass die Immundefizienz eine ernsthafte Rolle bei Krebs und AIDS spielt. Die meisten dieser Störungen werden von der Allopathie als unheilbar angesehen. Was unglaublich erscheint, ist, dass über diese Störungen Hahnemanns Lehre wesentlich ausführlicher ist als ihr modernes Gegenstück, und dass sie sogar effektive Heilmittel zur Verfügung stellt, die diese Zustände heilen.

Leela: Dem stimme ich völlig zu! Das ist die Hoffnung, die wir unseren Patienten bei sogenannten "unheilbaren Krankheiten" anbieten können. Aber ich weiß, dass unter uns Homöopathen eine gehörige Portion Verwirrung herrscht, wie Miasmen wahrgenommen werden. Wie ist Ihr Eindruck in dieser Beziehung?

David: Heute gibt es Einige, die nicht verstehen, was Hahnemann unter Miasmen in ihrem originalen Kontext meinte. Manche glauben, dass Miasmen alles sind AUSSER vererbte und erworbene Affekte von Infektionen. Ein sehr bekannter Lehrer beschrieb einmal während eines Seminars, wie sich ein Kind ein "Miasma" von zu viel fernseh schauen zugezogen hat! Andere haben Miasmen bis zu dem Punkt spiritualisiert, dass sie sehr wenig mit der täglichen klinischen Realität zu tun hatten. Es ist interessant, von einem "Nachlassen der Moral" und einem "Abfall des Anstandes" zu sprechen, aber wie können wir vergessen, wie man Infektionen des weichen Körpergewebes, TB und Geschlechtskrankheiten behandelt?

Andere sind so weit gegangen zu sagen, dass das, was Hahnemann Miasmen nannte, "nicht einmal existiert". Ich frage mich, ob sie glauben, dass Infektionskrankheiten wie Typhus, Cholera und Ebola und chronische Infektionen wie Malaria, Lepra, Tuberkulose, Gonorrhöe, Syphilis und AIDS Hirngespinste der Einbildung sind? Diese Infektionskrankheiten töten immer noch Millionen von Menschen und ihre negativen Auswirkungen werden durch die Generationen weitergereicht. Dies ist eine medizinisch verifizierte Tatsache.

Leela: Ist es nicht erstaunlich, dass die moderne Medizin mit all ihren detaillierten Dokumentationen über Infektionskrankheiten und deren Auswirkungen, das Konzept der vererbten miasmatischen Eigenschaften und Tendenzen verifiziert haben? Was hat Hahnemann dazu geführt, dieses Konzept vollständig zu entwickeln?

David: Hahnemann veröffentlichte seine frühe Forschung auf diesem Gebiet 1817, als er seine Studien über die Psora begann, welche 1828 ihren Abschluss fanden. Es gibt keine geeignetere Stelle, den Unterschied zwischen Hahnemanns frühen Konzepten und der voll entwickelten Homöopathie zu beurteilen, als im Studium der §§ 5,6 und 7 der 1. bis 4. Auflage des Organon im Vergleich mit den §§ 5,6 und 7 der 5. und 6. Auflage. Anders als in der frühen Homöopathie schließt Hahnemanns fortgeschrittenes System ein gründliches Studieren der Ursachen, der zufälligen Begebenheiten, der Miasmen, wie auch der Symptome mit ihren Begleitumständen mit ein. Diese drei Paragrafen repräsentieren die Fortschritte, die in den Chronischen Krankheiten wie in einer Nussschale gemacht wurden. Das Motto der Chronischen Krankheiten ist Cessanto Causa - Cessant Effectus, was bedeutet, wenn die Ursache aufhört, dann hören die Auswirkungen auf. Wenn man die Ursache nicht entwurzelt, dann wird auf lange Sicht kein Ende der Symptome herrschen.

Im frühen Organon konnte die Behandlung das simple in Übereinstimmung bringen der Leitsymptome des Patienten mit den Symptomen der Materia medica gewesen sein. Heute aber muss der Praktiker jedes einzelne bedeutende Ereignis der vollständigen Fallgeschichte beurteilen. Dies schließt das Studium der bestehenden und fundamentalen Ursachen, die chronischen Miasmen, wie auch die Begleitumstände wie den Zustand der körperlichen Konstitution, den Charakter des Intellekts und die emotionelle Disposition, die persönlichen und sozialen Verhältnisse, die beruflichen Faktoren, Gewohnheiten, den Lebensstil, die Alterungsprozesse, die Sexualität usw. mit ein. Auf dieser Grundlage hat man die Natur der Zeichen und die Symptome des Körpers und der Seele zu beurteilen, da sie alle die einzig vorstellbare Gestalt der Krankheit aufzeigen können.


Leela: Wie ist das in klinischen Begriffen zu interpretieren?

David: Bei individuellen Krankheiten benutzt man die persönliche Anamnese, um das persönliche Mittel zu finden. Bei Kollektiverkrankungen benutzt man die Gruppenanamnese, um die Spezifika für eine homogene Gruppe zu finden. Beispiele für ein persönliches Arzneimittel schließen das konstitutionelle Mittel mit ein, während die Gruppenmittel spezifische antimiasmatische Mittel einschließen. Diese Kollektivmittel schließen akute und chronische Genus-Epidemicus-Mittel ein, die durch eine Kollektivstudie, basierend auf den Ausdruck der Symptome in vielen Patienten, herausgefunden wurden. Dies liegt daran, dass ein Patient alleine das Gesamtportrait der Kollektiverkrankung gar nicht anbieten kann. Die Idee der Gruppenspezifika lässt sich auch bei körperlichen oder mentalen Traumata, Gruppenvergiftungen, kollektiven Erkrankungen, die durch die Umwelt hervorgerufen werden und bei endemischen Ernährungsstörungen anwenden. Man kann sie sogar bei "Gruppenhysterie, epidemischem Fleckfieber und bei Massenpsychosen" anwenden. Für die Idee von den individuellen und kollektiven mentalen und körperlichen Ursachen muss immer noch das vollständige Studium durchgeführt werden, so wie sie es verdient. Dies ist einer der wichtigsten Aspekte in Hahnemanns fortgeschrittenen Methoden.

Leela: Das macht sicherlich viel Sinn!

Vorher hatten wir schon über Ihre Untersuchungen über die verschiedenen Potenzskalen diskutiert, und darüber, wie Hahnemann mit jeder Auflage des Organon in Gedanken und Anwendung die Dosierungslehre entwickelte. Erzählen Sie uns ein wenig über Ihre klinischen Versuche mit unterschiedlichen Potenzen.

David: In der ersten Phase meiner klinischen Versuche experimentierte ich mit medizinischen Lösungen von C-Potenzen und den Gedanken, wie sie in den §§ 246 und 247 der 5. Auflage des Organon ausgedrückt werden. In § 246 sagte Hahnemann, dass, wenn immer ein Mittel eine "fortschreitende und auffallend zunehmende Besserung" verursacht, dann das Mittel nicht wiederholt werden darf. Dies ist ähnlich, aber nicht gleich dem, was er in der 4. Auflage des Organon sagte, in der eine zusätzliche Betonung auf den Worten fortschreitend und zunehmend liegt. Wenn man eine einzelne Testgabe verabreicht, und die Reaktion ist eine beobachtbare, fortschreitende, auffallend zunehmende Besserung, dann besteht keine Notwendigkeit, das Mittel zu wiederholen, weil das Mittel bereits auf die schnellstmögliche Art in Richtung Heilung wirkt.

Das liegt daran, dass eine Wiederholung des Mittels unter diesen Umständen eine Verschlimmerung und einen Rückfall verursachen kann, was die Heilung nur verlangsamt. Dies ist das beste Fallszenario, aber unglücklicherweise findet es so nicht jedes Mal statt. In vielen Fällen reagiert der Patient nur mit langsamer oder leichter Besserung auf das Mittel. Nach den Regeln der 4. Auflage des Organon und der Trockengabe, kann mann immer noch nicht das Mittel wiederholen, bis die Wirkungsdauer vorbei ist, und bis ein Rückfall der Symptome vorhanden ist.

Leela: Wie entschied Hahnemann, wie man eine verspätete oder schwache Wirkung der ersten Gabe überwindet?

David: In § 246 der 5. Auflage des Organon bietet Hahnemann eine Methode an, die solche Fälle, in denen eine geringe oder mäßige Wirkung auf die Einzelgabe eintritt, abdeckt. Der Begründer merkte an, dass, wenn nur eine langsame Besserung eintritt, die zur Heilung des Patienten 40, 50 oder sogar 100 Tage benötigt, diese auf die 1/2, 1/4 oder noch kürzere Zeit der Einzelgabe beschleunigt werden kann. Dies kann erreicht werden, indem man den folgenden drei Bedingungen folgt, d. h., dass das Mittel perfekt homöopathisch gewählt sein muss, in kleiner Gabe verabreicht wird, und dass das Mittel in passenden Intervallen wiederholt wird, damit die Heilung beschleunigt wird. In der Fußnote zu diesem Paragrafen macht es Hahnemann klar, dass unter diesen Bedingungen das Mittel wiederholt werden kann, bevor die Wirkungsdauer der vorangegangenen Gabe beendet ist.

In den §§ 286 und 287 macht er klar, dass es die beste Art und Weise, das Mittel für die Gabe zuzubereiten ist, es in Wasser aufzulösen und dem Patienten eine kleine Portion der wässrigen Lösung zu verabreichen. Also empfiehlt die Lehre von 1830 für Fälle mit einer auffallenden ansteigenden Besserung die "Einzelgabe, warte und beobachte"-Methode, während die Wiederholung des Mittels in passenden Intervallen zur Beschleunigung sich langsam verändernder Fälle dient.

Leela: Also hat sich Hahnemann nicht vollständig von der Einzelgabe und Trockengabe verabschiedet, sondern er schlug vor, wie man in der Dosierungslehre und der Wiederholung, basierend auf die klinische Wirkung, flexibel sein kann.

David: Das ist richtig. Da gibt es solche, die nur im Sinne von Einzelgaben denken, und solche, die nur im Sinne des Wiederholens von Mitteln denken. Was Hahnemann angeboten hat, war ein flexibles System der Dosierungslehre, das es einen lehrt, wann es das Beste ist, die Einzelgabe zu verwenden, und wann es das Beste ist, das Mittel in angemessenen Intervallen zu wiederholen, um die Heilung zu beschleunigen. Es ist die Methode der Mittelweg-Dosierungslehre, die das Beste aus beiden Welten repräsentiert, weil sie über die exklusive Einzelgabemethode und der mechanischen Wiederholung des Mittels hinausgeht. Ich habe herausgefunden, dass Hahnemanns veränderte Methoden die einzigen höchst signifikanten Änderungen in den 1830-ern waren.

Wie ich letztes Mal erwähnte, entschloss ich mich, dass ich einen umfangreichen Test durchführen sollte, in dem ich die Methoden der 5. Auflage des Organon (1833), der Pariser Auflage der Chronischen Krankheiten (1837) und der 6. Auflage des Organon verwenden würde um sie mit den Methoden der 4. Auflage des Organon (1829) und der ersten Auflage der Chronischen Krankheiten (1828) zu vergleichen.

Wenn man die volle medizinische Lösung und die Split-Methode der Gabe, wie sie in der Pariser Auflage der Chronischen Krankheiten von 1837 präsentiert wird, hinzunimmt, dann ist das fortgeschrittene System der Dosierungslehre komplett. Über diese Zeit zeigen die Pariser Krankenjournale, dass Hahnemann eine Arzneimittelflasche und ein Verdünnungsglas verwendet, um die Gabe für den Patienten zuzubereiten. Man war nicht länger an die Einzelgabe gebunden und auf das warten, bis die Arzneimittelwirkung aufhört, ganz gleich, ob der Fortschritt schnell oder langsam war. Nun konnte man die Posologie und die Fallbehandlungsstrategien gemäß der Arzneimittelwirkung auf den Patienten einstellen. Es gibt kaum Zweifel, dass diese Methode die Heilung von sich hinziehenden Fällen beschleunigt, und die Anzahl und Stärke der Verschlimmerungen verringert wird, die die Heilung verzögern. Zurzeit gibt es viele Praktiker, die noch den Vorteil aus diesem Aspekt von Hahnemanns fortgeschrittenen Methoden ziehen müssen.

Leela: Können Sie uns in Kürze von Ihren klinischen Beobachtungen erzählen, die diesem Test folgten?

David: Eines der ersten Dinge, das ich bemerkte war, dass ich weniger Verschlimmerungen beobachtete als mit der Trockengabe, und diejenigen, die auftraten, waren viel einfacher zu handhaben. Ich glaube dies liegt daran, dass eine deutlich geringere Gabe verwendet und das Mittel in der Flasche verschüttelt wird, sodass der Patient nie exakt dieselbe Potenz zweimal in Folge erhält. Natürlich wird es Verschlimmerungen verursachen, wenn man Gaben der medizinischen Lösung verabreicht, wenn sie nicht nötig sind, wenn sie aber besonnen angewendet wird, dann kann man unnötige Verschlimmerungen vermeiden.

Als ich ausschließlich die Trockengabe anwendete, fand ich, dass eine Anzahl der Fälle sich entweder gar nicht besserte, oder über längere Zeit nur allmählich besser zu werden schien. Nach den Regeln der 4. Auflage des Organon durfte man das Mittel bis zum Rückfall nicht wiederholen, selbst dann nicht, wenn kaum eine Besserung eingetreten war. Ich fand, dass bei vorsichtiger Wiederholung einer Gabe der medizinischen Lösung nach der Split-Methode bei diesen Patienten, die Heilungszeit stark beschleunigt wurde. Anstatt diese langsam sich bewegenden Fälle abzuwarten und zu beobachten, fand ich, dass sorgfältiges beobachten und zu handeln viel schneller wirkte!

In chronischen Fällen fand ich auch, dass manchmal das Mittel nicht mehr so gut zu wirken schien als zu Beginn der Behandlung. Es war, als hätte sich die Lebenskraft an das Mittel gewöhnt und es wirkte nicht mehr, obwohl das Mittel immer noch richtig indiziert zu sein schien. Das hätte mich dazu veranlasst, das Mittel zu wechseln, bevor es wirklich notwendig gewesen wäre, um mich vom perfekt passenden Mittel zu entfernen. Wenn man aber die Methode, die Gabe und die Potenz anzupassen, versteht, dann kann das Mittel auf verschiedene Weise verabreicht werden, damit es so wirkt, wie zu Beginn der Behandlung! Dies ist in Fällen mit chronischer degenerativer Pathologie, die eine Behandlung über einen längeren Zeitraum erfordern, sehr wichtig. Die Kombination von leichterer Verschlimmerung und schnellerer Heilung macht die Zeit, die ausgeklügeltere Posologie und Fallbehandlung zu erlernen, wett. Der einzige Weg, auf dem dies erreicht werden kann, ist, diese Methoden in der Praxis über einen ausreichenden Zeitraum zu testen und persönliche Erfahrungen zu sammeln.

Leela: Ja, ich habe immer daran geglaubt, dass wir die Wirkungen von Potenzen scharf beobachten und die Arzneimittelwirkung in einer frühen Phase interpretieren müssen, um die Heilung zu beschleunigen. Wie waren Ihre Erfahrungen mit LM Potenzen?

David: Nachdem ich mit Hahnemanns neuen Methoden mit C Potenzen experimentiert hatte, beschloss ich, dass es Zeit für mich war, auch die mysteriösen LM Potenzen auszuprobieren. Der Kern der §§ 246 und 247 der 5. Auflage des Organon sind im § 246 der 6. Auflage des Organon integriert. Hahnemann erklärt nochmals, dass bei fortschreitender und auffallend zunehmender Besserung das Mittel nicht wiederholt werden darf. Er erklärt, wie auch immer, dass es bei chronischen Erkrankungen selten vorkommt, dass eine Einzelgabe eine komplette Heilung auf solch drastische Weise vollbringen kann.

Er erklärt, dass die Heilung von sich langsam verändernden Fällen beschleunigt werden könnte, wenn das Mittel perfekt homöopathisch gewählt, hoch potenziert, in Wasser aufgelöst, in kleinen Gaben verabreicht, und das Arzneimittelfläschchen vor der Verabreichung verschüttelt wird, sodass der Patient niemals die exakt gleiche Potenz zwei Mal in Folge erhält.

Ich fand sofort heraus, dass die LM Potenz ziemlich anders als die C Potenzen wirkte. Tatsächlich glaube ich, dass ihre medizinischen Kräfte komplementäre Gegensätze sind, die das therapeutische Wirkspektrum der Homöopathie stark ausweiten. Das liegt daran, weil manche Fälle besser auf C Potenzen und manche besser auf LM Potenzen ansprechen, und manche scheinen beide zu unterschiedlicher Zeit zu benötigen. Es gibt kaum einen Zweifel daran, dass es besser ist, auf zwei Beinen zu laufen, als auf einem! Zuletzt hatte ich das Gefühl, dass ich meine Grundlagen sorgfältig gelernt hatte und dass ich als ein guter Homöopath mit einer soliden Grundlage weiterwachsen konnte.


Leela: Ich denke, wir alle erhalten eine gewisse Ahnung davon, was es heißt, ein fähiger Homöopath zu sein ... ;)

David: Der nächste wichtige Schritt war, an die Mikrofilme der Pariser Krankenjournale heranzukommen. Einmal mehr kam mir meine Frau zu Hilfe, die sehr gut französisch liest, und sie war in der Lage, hochwertige Übersetzungen von Hahnemanns Krankenblätter anzufertigen. Diese halfen mir in meinem Verständnis für die 6. Auflage des Organon, weil sie eine Aufzeichnung davon bereitstellen, wie Hahnemann eigentlich die C und LM Potenzen in medizinischer Auflösung während seiner letzten Jahre verabreichte. Wenn man dieses Material mit den Augenzeugenberichten von Referend Everest und Dr. Croserio zusammenfügt, dann ergänzen sie die Details der 6. Auflage des Organon und stellen neue Informationen bereit, welche nicht im Text gefunden werden können.

Zu viele Leute verbreiten die Ansicht, dass die LM Potenz auf mechanische Weise täglich über Wochen, Monate und Jahre ohne Ende verabreicht werden kann. Dies ist nicht, was Hahnemann im Organon gelehrt hat, noch findet sich dies in den Pariser Krankenjournalen. In der Fußnote zu § 246 sagt Hahnemann, dass die LM Potenz (die wohlgewählte Arznei, Anm. des Übersetzers), "wo nötig", täglich gegeben werden kann, nicht die ganze Zeit. Wenn die tägliche Wiederholung der Gabe "nicht nötig" ist, wird sie entweder eine Verschlimmerung, einen Rückfall oder eine verlangsamte Heilung verursachen.

Leela: Dies bedeutet, dass eine unnötige Wiederholung der LM Gabe einen Fall tatsächlich verderben kann! Man muss in der Handhabung solcher wiederholter Gaben genau so wachsam sein, wie bei anderen Potenzskalen auch.

David: Das ist richtig. Die Pariser Krankenjournale zeigen, dass der Begründer entweder Einzelgaben, gewöhnlich durch Riechen, gefolgt von 7 Tagen mit Plazebos verabreichte, oder eine kurze Reihe von 3-7 Gaben nach der Split-Methode, und den Patienten nach einer Woche wieder kommen ließ. Dann bewertete er den Fall neu und entschied, ob mit dem Mittel fortgefahren oder es gestoppt wird und Plazebos gegeben werden. Hahnemann verabreichte niemals täglich oder jeden zweiten Tag Gaben über einen sehr langen Zeitraum, ohne das Mittel zu stoppen und für eine, zwei und sogar drei oder mehr Wochen Plazebos zu verabreichen.

Leela: Ich bin froh, dass sie Hahnemanns Verwendung von Plazebos erwähnen. Irgendwie haben die Homöopathen die Plazebogabe vergessen. Oder auch sonst scheint sie in Zweifel gehüllt zu sein, oder es herrscht ein Gefühl vor, es sei nicht ethisch! In Indien scheint sie - die Plazebogabe in Zeitintervallen - weiterhin das effektivste Dosierungsschema zu sein, während man auf die Heilung wartet.

David: Hahnemann verwendete aus einer Reihe von Gründen Plazebos. Seine Patienten waren daran gewöhnt, täglich ihre Medizin einzunehmen, und er verwendete Plazebos, um sie zu beruhigen und davon abzuhalten, andere Medizin einzunehmen. Im Allgemeinen  möchte ich meine Patienten schulen, sodass sie verstehen, dass sie ihr Mittel nicht immer täglich einnehmen müssen. Ich hebe meine Plazebos für die Momente auf, in denen ich sie wirklich brauche. Dies könnte während einer Verschlimmerung oder Krise sein, in denen der Patient wirklich glaubt, er brauche ein Mittel, aber wenn ich weiß, dass die Symptome bald abklingen werden. Hahnemanns Methode war es, die Wirkung seines Mittels abzuschätzen, um dann zu entscheiden, ob der Patient auf Plazebo gesetzt wird, oder mit dem Mittel fortgefahren wird. Dr. Croserio erzählte Bönninghausen, dass, wenn immer Hahnemann definitiv eine Arzneimittelwirkung sah, er entweder die Gabe verringerte oder das Mittel stoppte und Plazebos gab. Diese Tatsache wird durch die Pariser Krankenjournale bestätigt, weil sie aufzeigen, dass Hahnemann fast so viel Plazebo verbrauchte wie Arzneimittel, ob er nun die C oder die LM Potenz anwendete. Dies sind sehr wichtige Einzelheiten, die nicht in der 6. Auflage des Organon enthalten sind. Der Gedanke, dass der Begründer allen seinen Patienten über Wochen, Monate und Jahre tägliche Gaben verabreichte, ist ein kompletter Mythos.

Leela: Also müssen einige von uns wieder viel vergessen und intensiv erneut lernen! Ich weiß, dass Ihnen dies ebenfalls große Sorgen macht - der Zustand der gegenwärtigen homöopathischen Ausbildung und der nachfolgenden homöopathischen Praxis in der heutigen Welt.

David: Neuen Studenten muss die richtige Grundlage gleich von Beginn an gelehrt werden. Ihnen muss die gesamte Palette der traditionellen Methoden gelehrt werden und sie müssen das Repertorium und die Materia medica sorgfältig studieren. Es gibt keine Abkürzungen oder neue Methoden, welche die Notwendigkeit, Hahnemanns, Bönninghausens, Herings, Jahrs, Bogers und anderer Lehren zu verstehen, ersetzen. Alte Studenten, wie ich einer bin, müssen die Denkweise von Anfängern bewahren und Offenheit mit der Weisheit des Alters verbinden. Wir müssen alle weiter wachsen und dürfen nicht selbstzufrieden mit unseren Bequemlichkeiten werden. Ich kenne Homöopathen, die genau die gleiche Dosierungslehre und Fallbehandlung praktizieren, wie sie es vor 20 Jahren bereits taten. Dies ist nicht der Weg nach vorn.

Was ich in meiner Forschung herausfand, war, dass die meisten zeitgenössischen Homöopathen nur einen kleinen Teil des Materials praktizieren, welches Hahnemann eingeführt hat. Dies ist nicht nur im Bereich der Dosierungslehre und Fallbehandlung so, sondern auch auf vielen anderen Gebieten der Praxis. Damit sie sich eine Vorstellung davon machen können, wie unzureichend die Lehren, die uns heute zur Verfügung stehen, sind, lassen sie mich einige Gebiete erwähnen:

  • Hahnemann sprach vom Hauptmittel, dem akuten Zwischenmittel, dem antimiasmatischen Mittel, dem chronischen Zwischenmittel und der Präventivarznei.
  • Hahnemann sprach von Einzelmitteln, Mittelwechsel, turnusmäßigem Wechsel, Folgemitteln und wenn nötig, von einer Reihe von Mitteln.
  • Hahnemann sprach von Empfänglichkeit, Konstitution, Veranlagung, angeborenen Anfälligkeiten, vererbter Miasmen und dem Einfluss von Umweltfaktoren.
  • Hahnemann sprach von individuellen Ursachen, kollektiven Ursachen, erregenden Ursachen, unterhaltenden Ursachen und grundlegenden Ursachen.
  • Hahnemann sprach von akuten Miasmen, halbakuten Miasmen und chronischen Miasmen.
  • Hahnemann sprach sowohl von objektiven Anzeichen, zufälligen Ereignissen und objektiven Symptomen, als auch von Begleitumständen, wie dem Zustand der körperlichen Konstitution, dem geistigen und emotionalen Charakter, Lebensstil, Gewohnheiten, sozialen und familiären Beziehungen, wie auch von Alterungsfaktoren, Geschlecht und Sexualität.
  • Hahnemann sprach von Gemütsstörungen, philosophischer Beratung und homöopathischer Psychologie.
  • Hahnemann sprach von Massagen, Hydrotherapie, Mineralien, Magneten, Elektrizität und Mesmerismus.

Lehren wir alle diese Themen in unseren Schulen, Gesellschaften und Hochschulen? Es tut mir leid zu sagen, dass wir es nicht tun. Dies ist Teil dessen, was ich die "verlorenen Lehren Samuel Hahnemanns" nenne. Dies muss sich ändern.

Leela: David, wir sind wirklich privilegiert, dass Sie Ihr 6-bändiges Buch über die Homöopathie geschrieben haben. JEDER Homöopath muss eine Ausgabe bekommen, damit er ein gründliches Verständnis dieser verschiedenen Aspekte der homöopathischen Praxis zusammen mit den entsprechenden Referenzen erhält. Es wird sicherlich homöopathischen Schulen als Vorlage dafür dienen, wie viel einem Homöopathen auf der Grundlagenebene gelehrt werden muss. Ich bin dafür dankbar, dass uns das meiste davon auf der homöopathisch-medizinischen Hochschule in Mumbai gelehrt worden ist.

Das einzige vielbändige Set, dem ich bislang begegnet bin, welches sich mit annähernd der gesamten Bandbreite der homöopathischen Philosophie und Klinik befasst hat, sind die Symposium-Bände von Dhawle's Institute of Clinical Research, Mumbai.

David: Es macht mich betroffen, dass die heutigen Praktiker nicht die Grundlagen der Hahnemannschen Homöopathie erlernen, bevor sie neue experimentelle moderne Methoden aufnehmen. Ich gebe ganz schön Feuer, dass man sich auf die Lehren Samuel Hahnemanns beziehen soll und um die Leute zu bitten, seine Werke nochmals in ihrem originalen Paradigma genauer zu durchforsten. Manchmal werde ich müde, mich mit der Anklage, mein Werk sei "Religion" oder "Fundamentalismus" usw. auseinander setzen zu müssen. Manche Personen scheinen sich einzubilden, dass ich nur Material aus dem 19. Jahrhundert lesen würde! Dies ist natürlich nicht wahr. Ich bin ein Modernisierer, aber ich lehne das traditionelle Material nicht ab. Ich verwende die Klassiker als Grundlage für meine Studien. Ich arbeite daran, die Homöopathie zur Medizin der Zukunft zu machen, aber ich bleibe der Vergangenheit tief verwurzelt.

Es gibt ein paar Leute, die meine Motive und Gründe für das Herausheben des Organons, der Chronischen Krankheiten und der Kleinen Schriften Hahnemanns nicht verstehen. Warum mache ich das? Ich tue es, weil es meine Pflicht gegenüber der Menschheit ist, die grundlegenden Lehren der Homöopathie zu verbreiten, weil zu vieles von diesem Material übersehen und missverstanden wird. Ich bin nur leidenschaftlich darin sicherzustellen, dass wir alle unsere Grundlagen kennen, damit wir alle ein festes Fundament haben, auf dem wir unsere Erfahrung aufbauen können.

Leela: Tatsächlich ist mein Eindruck, dass es Mut braucht, einen umfassenden Standpunkt einzunehmen. Ich denke es war Zeit, dass jemand die Notwendigkeit, in der Tradition fest verwurzelt zu bleiben, heraushebt, um von einigen der brillanten modernen Ideen, die uns heute zur Verfügung stehen, Gebrauch machen zu können. Ganz besonders in unserem Internetzeitalter, in dem die Welt ein globales Dorf geworden ist und wir noch eher einer Vielfalt von Ideen ausgesetzt sind.

David: Als ich diese Kampagne im WWW vor ungefähr einem Jahrzehnt begann, wurde zu vieles von diesem Material ignoriert und viele praktizierten eine verwässerte, vereinfachte Version der Homöopathie. Manche Leute sagen: "Sie müssen nur die Symptome aufzeichnen - alles andere spielt keine Rolle." Wie simpel! Ist das wirklich, was uns Hahnemann gelehrt hat? In § 6 schrieb Hahnemann, dass alle wahrnehmbaren Symptome, die vom Patienten erfahren werden, von Freunden und Verwandten berichtet werden und vom Homöopathen beobachtet werden "die einzig denkbare Gestalt der Krankheit" ausmachen. Dann sagt Hahnemann in § 7:

"..., so müssen unter Mithinsicht auf etwaiges Miasm und unter Beachtung der Nebenumstände (§ 5), es auch einzig die Symptome sein, durch welche die Krankheit die, zu ihrer Hülfe geeignete Arznei fordert ...".

Es ist sehr wichtig zu bemerken, dass Hahnemann von Symptomen, Miasmen und Nebenumständen spricht, und dann auf den § 5 verweist. Dieser Paragraf lehrt uns die Wichtigkeit, den ganzen Fall, die erregenden und fundamentalen Ursachen, die Konstitution, das Temperament, den Lebensstil, die Gewohnheiten, die persönlichen und gesellschaftlichen Beziehungen, den Beruf, das Alter, das Geschlecht usw. zu untersuchen. Zusätzlich haben wir ähnliche Aussagen über die Notwendigkeit des Verständnisses der Ursache, der Symptome und Umstände in den §§ 18 und 24. Hahnemann fährt fort:

"... - so muß die Gesammtheit dieser ihrer Symptome, dieses nach außen reflectirende Bild des innern Wesens der Krankheit, d. i. des Leidens der Lebenskraft ... sein, wodurch die Krankheit zu erkennen geben kann ..."

Man kann die Verstimmung der unsichtbaren Lebenskraft nicht sehen, aber man kann ihre Gestörtheit durch die essenzielle Natur der Gesamtheit der Zeichen, des Befalls und der Symptome des Körpers und der Seele bezeugen. Diese wahrnehmbaren Zeichen stellen die gesamte Ansicht der Gestalt der Krankheit dar. Das essenzielle Wesen der Gesamtheit der Symptome drückt den wahren Kern der Hahnemannschen Homöopathie aus.

Leela: Ist es nicht interessant, dass Hahnemann immer auf den Körper und die Seele als eine Einheit in der Krankheit hinweist? Es ist entscheidend, den äußeren Ausdruck der Lebenskraft - die Krankheitssymptome - zu analysieren. Wenn wir nicht hier beginnen, würde man mit einer Arzneimittelwahl aufgrund verkannter Vorstellungen des zentralen "Bildes" und der "Muster" des Gemütszustandes enden, die kein objektiver (körperlicher) Beweis des Ausdrucks sind.

David: Ja, es wurde viel über den Ansatz nur über das Gemüt gesprochen, dem Kern der Einbildung, dem lebendigen Gefühl, der zentralen Störung, dem Hauptthema des Mittels usw. Solche Gedanken sind hilfreich, wenn man sich auf das konzentriert, was in einem Fall wichtig ist, aber wenn man zu weit weggetragen wird, werden sie zu einer Art "homöopathischem Reduktionismus", der die Natur der Gesamtheit der Symptome verschleiert und die Gestalt der Krankheit vernachlässigt, die als Ganzes mehr als die Summe ihrer Einzelteile ist. Dies kann zu einer einseitigen Übervereinfachung führen, in der das wahre Wesen, das durch die Eigenschaften der Gestalt der Krankheit repräsentiert wird, durch stereotype Leitsymptome ersetzt wird.


Leela: Ich kannte einige (tatsächlich schrecklich wenige) begnadete Leute mit einer tiefen, scharfsinnigen Fähigkeit, 'zentrale Störungen' und 'Themen' in Gemütszuständen zu bemerken, inmitten eines Chaos' körperlicher Symptome. Aber die Mehrheit hat erst in den traditionellen Methoden beschlagen zu sein, weil sie in vielen Fällen und klinischen Situationen auf sie zurückgreifen muss.

David: Sogar 'begnadete Menschen' müssen ihre Grundlagen sehr gut verstehen, sonst verlieren ihre Fälle ihre Erdung und ihre Mittel bilden eine unsichere Situation. Wenn man Hahnemanns induktive Methode zu weit zurücklässt, gibt es keine Konsistenz. Wenn man allzu subjektiv wird, ohne objektiven Ausgleich, dann fehlt ihren Fällen die Geschlossenheit. Das habe ich oftmals gesehen. Wenn solche Homöopathen mit degenerativen Erkrankungen und komplexer Pathologie in einem klinischen Rahmen konfrontiert werden, dann wissen sie oft nicht, was sie tun sollen. Warum ist das so?

Der psychische Schmetterling, der im Gehirn residiert, hat zwei Flügel. Die rechte Hälfte des Gehirns betont die Intuition, während die linke Seite die Logik betont. Damit die Psyche "fliegen" kann, müssen sich seine zwei Flügel in Harmonie bewegen. Wenn der eine oder andere Flügel dominiert, fällt er auf die Erde herunter. Was ein Homöopath braucht, ist eine Ausbildung des "ganzen Gehirns", indem sie beide Hemisphären, die rechte und die linke, in Harmonie nutzen. Auf diese Weise unterstützen sich Intuition und Logik auf eine Art und Weise gegenseitig, die das Verständnis von beidem erlaubt, der kausal linearen und der akausalen synchronistischen Information. Dies macht einen zum wahren Heilkünstler, weil sie auf eine große Bandbreite von Situationen reagieren können. Das Beste aus beiden Welten ist, die Logik und die Intuition gemeinsam anzuwenden.

Leela: Ich kann dem nicht besser zustimmen!! Die Homöopathie ist ein Heilsystem, welches sowohl Kunst als auch Wissenschaft ist. Einer meiner Professoren hat es folgendermaßen ausgedrückt: "Während die (Wahrnehmung der) Gesamtheit der Symptome (Synthese) ein Produkt des Gebrauchs der rechten Hirnhälfte ist, welche ganzheitlich und simultan ist, da die rechte Hirnhälfte die Intuition nutzt, sind die Analyse und Auswertung ein Produkt der Nutzung der linken Hirnhälfte, welche logisch und sequenziell ist, weil die linke Hirnhälfte die Sprache nutzt."

Das ist ein interessanter Begriff, "homöopathischer Reduktionismus".

David: Ich versuche zu erklären, was ich darunter verstehe. Jeder Homöopath muss verstehen, dass die wahre zentrale Störung die Verstimmung der Lebenskraft ist, deren Zeuge man nur über das zentrale Wesen der Gesamtheit der Symptome unter Beachtung der Verursachung, der Miasmen und der Begleitumstände werden kann. In diesem Bemühen konzentriert der Homöopath seine Aufmerksamkeit auf die auffallenden, sonderlichen, ungewöhnlichen und eigenheitlichen (charakteristischen) Zeichen und Symptome des Krankheitsfalles, nicht auf diejenigen, die normal für alle Krankheiten sind. (§153). Es sind diese charakteristischen Zeichen und Symptome, die die geeignetste Hilfe für das Auffinden des passenden Mittels für den Patienten sind.

In manchen Fällen werden unsere fazettenreichen Mittel auf allzu simple Eigenartigkeiten reduziert. Dann wird die fazettenreiche Darstellung eines Mittels oder einer Familie durch eine einseitige Essenz ersetzt, die unsere Sicht eher einschränkt, als sie weitet, indem andere Fazetten ignoriert werden. Ja, wir müssen die wesentlichen roten Fäden unserer Mittel verstehen, damit wir ihre wichtigen Charakteristiken und allgemeinen Symptome verstehen. Nichtsdestoweniger, wenn das Erstellen von Themen zu weit getrieben wird, besteht die Gefahr, dass man sich auf ein einseitiges, stereotypes Konzept konzentriert. Dies ist es, was ich 'Reduktionismus' nenne.

Was ein solcher Ansatz ignoriert ist, dass die Homöopathie eine Gestalt-Therapie ist, bei der die Verschreibung durch wesentliche Verbindungen zwischen dem gesamten Feld von Verursachungen, Symptomen und Begleitumständen gemacht wird. Ein vollständiges Symptom muss eine Örtlichkeit, ein Gefühl, eine Veränderung und Begleiterscheinungen haben. Ein komplettes Studium der Mittel oder Familien sollte eine Anzahl von solchen vollständigen Symptomen haben. Es gibt keine einzelne Essenz, die die zentrale Natur der Gesamtheit der Symptome in jedem einzelnen Patienten zu jeder Zeit und unter allen Umständen ersetzen kann.

Leela: Wie stellen Sie sich die Fallaufnahme und das Studium der Mittel und Patienten vor?

David: Für mich ist das Studium von Patienten, von Arzneimitteln und Arzneimittelfamilien wie puzzlen. Jedes Puzzle repräsentiert ein vollständiges Portrait mit Form, Farbe und Bedeutung, welches durch Einzelstücke präsentiert wird. Man kann durch das Anschauen von 1 oder 2 Teilen nicht sagen, was dieses Portrait ist, selbst wenn sie aus dem Zentrum des Puzzlebildes stammen. Man muss alle einzelnen Teile nehmen, die zusammenpassen, und muss sie Stück für Stück miteinander verbinden, bis die unterschiedlichen Bereiche des Portraits deutlich erkennbar werden.

Wenn die meisten Teile erst einmal an ihrem Platz sind, beginnt man die Natur des gesamten Bildes zu verstehen. Je mehr Teile miteinander verbunden sind, desto leichter sieht man, wohin die verbleidenden Stücke gehören müssen. Wenn alle Stücke an ihrer Stelle sind, dann sieht man das komplette Bild, das ein Abbild von mehr als nur der Summe ihrer Teile ist. Ein Teil macht für sich nicht das gesamte Puzzle aus, weil jeder Abschnitt der Teil eines größeren Ganzen ist, welches man nicht kennt, bis alle wichtigen Abschnitte miteinander verbunden sind.

Leela: Ist dies nicht der 'Spaß'-Faktor in der Homöopathie? Selbst eine einfache gewöhnliche Erkältung oder ein Durchfall sind Puzzles, die darauf warten, gelöst zu werden ... wie Anhaltspunkte in einem Rätsel, die darauf warten, gelöst zu werden!

David: Genau. Nachdem man alle wesentlichen Teile eines Puzzles zusammengesteckt hat, erhält man einen Eindruck des Gesamtbildes. Es genügt nicht zu sagen, dass das Portrait das Bild eines Mannes oder einer Frau darstellt, wenn man auf ihre Nase schaut. Sind sie jung oder alt? Sind sie Europäer, Asiaten oder Afrikaner? Welche Haarfarbe haben sie? Welche Augenfarbe haben sie? Welchen Gesichtsausdruck haben sie? Welche Körperhaltung nehmen sie ein? Was tun sie? Was befindet sich im Hintergrund? Welches ist der Zeitpunkt, was sind die Umstände bezüglich dieses Bildes? Ohne Verständnis von wer, was, wo, womit, warum, welcher Modus und wann, wie kann man das wirkliche Portrait der Krankheit verstehen? Dies ist die Wurzel der Gestalt-Philosophie auf der die Homöopathie beruht.

Leela: Welche sind einige der modernen Ansätze, von denen Sie fühlen, dass sie dies aus den Augen verlieren?

David: Manche Personen verwenden Flussdiagramme mit Leitsymptomen um zu versuchen, den gesamten Symptomenkomplex unserer fazettenreichen Mittel und Mittelfamilien auf ein einziges Miasma, eine einzige Illusion, ein einziges Symptom und ein einziges Thema zu reduzieren, was als sogenannte Essenz verstanden wird. Dies geht natürlich häufig Hand in Hand mit einem therapeutischen Absolutismus, wo eine einzige Methode für alle Patienten angewendet wird, ungeachtet der Natur des Krankheitszustandes, noch der Zeit und der Umstände.

Dadurch wird der Gedanke aufrecht gehalten, dass es ein großes konstitutionelles Mittel gibt, das gut sein soll gegen alle akuten und chronischen Krankheiten, immer und unter allen Umständen. Man muss sehr aufpassen, wenn man eine solche Idee propagiert. Sonst wird Hahnemanns System der flexiblen Reaktion durch eine feste Fallmanagement-Strategie ersetzt, die für alle Situationen gut sein soll. Ich fühle, dies geschieht in dem Gedanken an eine Pseudo-Übereinstimmung, die die Tatsache ignoriert, dass die wahre Übereinstimmung durch das Zusammenwirken zwischen einer Vielfalt von Phänomenen zum Ausdruck gebracht wird, die das größere Ganze ausmachen.

Was auch immer geschah mit Hahnemanns System der Individualisierung und der flexiblen Reaktion?
Was geschah mit dem chronischen Hauptmittel?
Was geschah mit dem antimiasmatischen Mittel?
Was geschah mit dem akuten Zwischenmittel?
Was geschah mit dem chronischen Zwischenmittel?
Was geschah mit dem Präventivmittel?
Was geschah mit den Örtlichkeiten, Empfindungen, Modalitäten und Begleitumständen, die die Gesamtheit der charakteristischen Symptome ausmachen?
Was geschah mit den ätiologischen Umständen, die die individuelle Ursache, die kollektive Ursache, die erregende Ursache, die unterhaltende Ursache und die fundamentale Ursache einschließen?
Was geschah mit der Idee, dass die unmittelbare Ursache niemals auf das einzelne Geschehnis reduziert werden kann, das unabhängig von einer Gruppe von zusammenhängenden Faktoren ist?

Leela: Ich sehe, was Sie meinen. Es besteht die Gefahr, dass das System der Homöopathie durch "homöopathischen Reduktionismus" repräsentiert wird.

Einige von uns haben die Tatsache aus dem Blick verloren, dass die traditionellen Methoden ziemlich effektiv sind, um komplexe Krankheiten oder ernste Krankheiten anzugehen, was heute so vorherrschend geworden ist. Wir wurden vom Finden eines schwer zu fassenden, einzelnen, konstitutionellen Similimums abgelenkt, und können fast hilflos darin sein, ernste, klinische Krankheiten konsequent zu heilen, außer in den sehr seltenen brillanten Heilungen, die wir glücklicherweise beobachtet haben. Ich selbst habe diese Erfahrung gemacht.

David: Ja, dies ist nicht gut für eine persönliche homöopathische Entwicklung oder für den Fortschritt der Homöopathie. Viele Homöopathen scheinen sich nicht die Zeit genommen zu haben, die Grundlagen der Homöopathie zu lernen, bevor sie sich zu den modernen Kurz-Versionen verirren, die auf neuen Leitsymptomen, Flussdiagrammen und Essenzen beruhen. Was auch immer ist mit dem Lernen geschehen, wie man Bönninghausens Therapeutisches Taschenbuch, Kents Repertorium, Knerrs Repertorium, Phataks Repertorium, Boger Bönninghausens Repertorium und General Analysis benutzt? Was geschah mit dem Studium von Hahnemanns Materia Medica Pura, der Chronischen Krankheiten, T. F. Allens Enzyklopädie, Herings Führende Leitsymptome, Clarkes 'Wörterbuch'? Haben sie all diese gut geprüften und beobachteten Charakteristiken gelernt, die man in Kents Vorlesungen zur Materia medica, in H. C. Allens Leitsymptome, Lippes Charakteristische Symptome oder Nashs Leitsymptome findet? In vielen Fällen lautet die Antwort nein, haben sie nicht.

In manchen Fällen werden unsere kompletten Symptome mit Örtlichkeit, Empfindung und Änderungen durch stereotypische Essenzen wie "Phosphorus ist offen und Natrium muriaticum ist verschlossen" ersetzt. Dies mag in manchen Fällen verständnisvoll sein, aber Phosphorus kann so apathisch und gleichgültig sein, dass es verschlossen erscheint, und Natrium muriaticum kann unter bestimmten Umständen als zu offen erscheinen. Phosphorus kann es an Grenzen fehlen, und Natrium muriaticum kann anfällig für allzu starre Abwehrmechanismen sein, aber solche Symptome sind nur therapeutische Hinweise, keine kompletten Symptome.

Leela: Wie, glauben Sie, konnte diese Tendenz zum "Reduktionismus" entstehen? Ich weiß, dass Sie das Konzept der konstitutionellen Behandlung an sich nicht kritisieren oder sogar neue Ideen erforschen.

David: Ich betone die Notwendigkeit einer soliden Grundlage, damit wir uns künftig auf einer fundierten Art und Weise  weiterentwickeln können. Um dies richtig zu tun, muss man den Gedanken des unsichtbaren Kerns und seine sichtbaren Gestaltsqualitäten verstehen. Wenn die Ideen der ultimativen Übereinstimmung, der zentralen Störung, der Kernillusion oder des Hauptthemas eines Mittels trivialisiert werden, dann verfallen sie in eine weitere Form des Reduktionismus, des Mechanismus und Externalismus. Wenn man sich auf die wesentliche Natur der Gesamtheit der Symptome, der Ursächlichkeit, der Miasmen, Begleitumstände, Illusionen, Träume, Allgemeinsymptome, besonderen Symptome, Modalitäten UND den Goldenen Fäden, die sie zusammenbinden, konzentriert, dann bildet dies eine wahre Übereinstimmung, in der das Ganze mehr als die Summe seiner Teile ist!

Es gibt kein einzelnes Symptom, keine speziellen Essenzen oder Hauptthemen, die die Krankheits-Gestalt ersetzen können, in der jede Fazette ein unabhängiger Bestandteil ist, der passt, um ein größeres Ganzes zu bilden. Diese Symptomensegmente können auf zahlreiche Art kombiniert werden, wie man es schon gesehen hat, oder sie können eine Gesamtheit sein, wie sie einzigartig für diesen bestimmten Patienten ist. So können bestimmt mehrere unterschiedliche Aspekte in einem Mittel oder einer Mittelfamilie gefunden werden, die die Rolle für die Arzneimittelwahl übernehmen können, abhängig von den Ursachen, Symptomen, Miasmen, Zeit und Begleitumständen.

Man kann nicht mit gerade einmal einem Vektor einen Punkt im Raum bestimmen, so wie man unsere fazettenreichen Mittel nicht mit nur einem Konzept oder einer Essenz verstehen kann. Wenn man dies nicht versteht, dann besteht die Gefahr, in eine falsche Übereinstimmung zu fallen, auf Kosten der wahren Einheit, wie man sie in einer Vielfalt von Phänomenen findet. Wie Hahnemann schon sagte, ein einzelnes der gegenwärtigen Symptome ist so wenig die Krankheit selbst, als ein einzelner Fuß einen der Mensch selbst ist (§7, Fußnote 2; Anm. des Übersetzers)!


Leela: Was ich von einem zentralen Kern verstehe ist, als ob man in das "Herz" einer Person hineinschaut und man dort die "Illusion" wahrnimmt, die viele der äußeren Verhaltensmuster erklärt. Aber ich fühle, dass körperliche Symptome und Modalitäten diese Art der Analyse in der Arzneimittelwahl unterstützen müssen. Diese Methode kann nicht in jedem klinischen Fall hilfreich sein.

Ich denke, dass sich jeder von uns bewusst sein muss, dass ein vielseitiger Homöopath zu sein das ist, was in der klinischen Situation wirklich zählt.

David: Ja, das stimmt. Ich habe nichts gegen die Arbeit einer Person, spreche nicht gegen Jemandes Methode oder lehne nicht irgendwelche neuen Informationen ab. Tatsächlich haben alle diese Einblicke und neuen Konzepte ihren Wert, wenn sie auf dem klassischen Fundament aufbauen. Ich spreche nur für einen Mittelweg, der das beste des Alten mit dem besten des Zeitgenössischen in einer ausgewogenen Art integriert, das nicht die Gestalt-Philosophie umstößt, auf der die Homöopathie begründet ist.

Jedes mal, wenn ich ein großes "Hauptthema" eines Mittels sehe, dann sehe ich andere Symptomenreihen, die genauso wichtig sind. Ich ziehe es vor, auf das holografische Bild eines Mittels zu schauen, das durch die Gesamtheit der charakteristischen Symptome der Krankheits-Gestalt repräsentiert wird, weil dies auf mannigfaltige Patienten unter verschiedenen Umständen passen kann. Es besteht die Gefahr, seine Linie zu verlieren, wenn man in eine Pseudooffenheit und in einen therapeutischen Absolutismus im Namen der "besten Methode" verfällt.

Leela: Nun David, ich hoffe ernsthaft, dass jeder aufmerksam auf das hört, was Sie sagen. Ich bin mir bewusst, dass Sie offen für zeitgenössische oder "moderne" Herangehensweisen sind, wenn diese im angebrachten Kontext und in der geeigneten klinischen Situation angewendet werden. Die Modernisierung muss ganz klar auf den grundsätzlichen Prinzipien aufbauen, die bereits gelten.

David: Ja, ich unterstütze die Modernisierung in Harmonie mit den Grundlagen, auf der die Homöopathie beruht. Die Anwendung von Verallgemeinerung und Analogie in Harmonie mit den Erfahrungen, die mit Hahnemann und Bönninghausen begannen. Diese Prinzipien waren für die Entwicklung von Bönninghausens Therapeutischen Taschenbuchs und den Repertorien die folgten, von zentraler Bedeutung. Die Verwendung der Verallgemeinerung, um die Hauptthemen eines Mittels oder einer Mittelfamilie herauszubringen, ist eine alte Methode in der Homöopathie. Wenn die Verallgemeinerung mit der Analogie verschmolzen wird, dann kann man die Gesamtcharakteristik eines Mittels oder einer Mittelfamilie hervorheben. Wenn Themen auf Arzneimittelprüfungen und auf behandelte Patienten beruhen, dann basieren sie auf der induktiven Methode und der Logik. Wenn die objektiven Symptome erst einmal verstanden worden sind, dann kann man die Analogie anwenden, um sie auf fundierte Art auf subjektivere Gebiete auszuweiten.

Wenn die Themen auf der Doktrin von Signaturen beruhen, dann sind sie intuitiv und subjektiv und müssen durch Prüfungen und klinische Beobachtungen bestätigt werden. Eine Methode muss immer mit der anderen abgewogen werden. Dies macht die ganze intellektuelle Herangehensweise aus, von der ich schon vorher gesprochen habe. Nichtsdestoweniger spinnen manche neue Themen, so wie Spinnen neue Netze. Können solche "selbstgesponnenen" Symptome immer als die Gesamtcharakteristik eines Mittels angenommen werden?

Es ist nicht schwer zu sagen, dass die Mittel, die von Rankengewächsen gewonnen werden, "Unterstützung brauchen und von ihr abhängen", aber erweist sich dies in der Mehrzahl der Patienten wirklich als stichhaltig? Können wir dann annehmen, dass solche Mittel zu allen sich anklammernden Patienten passen? Ich habe Seiten gelesen, die über ein paar solcher Bilder, mit nur sehr wenigen klinischen Bestätigungen, geschrieben wurden. Einige solcher Essenzen scheinen genauso leicht zu wachsen wie Unkraut!

Leela: (lächelnd) Wir müssen aufpassen, nicht zu übertreiben.

David: Nochmals, dies wird zu einer Sache, in der man eine gute Idee ohne jegliche objektive Bestätigung zu weit in das subjektive Reich versetzt. Wenn natürliche Beziehungen auf traditionelle Art und Weise und durch Prüfungen bestätigt werden, dann sind sie nützlich und helfen uns, sich der Mittel und Mittelfamilien zu erinnern. Manches des neuen Materials mag wenige sehr gute klinische Hinweise enthalten, aber sollte es das Material ersetzen, welches durch Prüfungen am Gesunden, durch Vergiftungen und durch die neuen Symptome, die von behandelten Patienten hervor gebracht werden, gesammelt wurde?

Arzneimittelprüfungen kosten viel Zeit, aber es beinhaltet, die Symptome auf objektive Art und Weise zu erfahren. Man wird zum passiven Zeugen der Wirkungen von medizinischen Substanzen. Gleichzeitig braucht es Jahre der Erfahrung, Symptome von behandelten Patienten zu sammeln. Es dauert nur Minuten, sich Themen und Essenzen über die Doktrin der Signaturen auszuspinnen. Ich kann eine beliebige Anzahl von Bildern innerhalb von Momenten erstellen, aber heißt das, dass sie wirklich als Gesamtcharakteristik eines Mittels gelten? Die Antworten auf diese Fragen können wir nur bekommen, wenn die subjektiven Methoden, die auf der Analogie basieren, mit Prüfungen und klinischen Bestätigungen abgewogen werden.

Leela: Wie würden Sie Neulingen zur Vorsicht raten?

David: Heute sind nur wenige dazu bereit, die harte Arbeit von Arzneimittelprüfungen auf traditionelle Weise auf sich zu nehmen und viele sind an fantastisch klingenden Abkürzungen interessiert. Und so ist meine Warnung an neue Studenten und alte Praktiker gleichermaßen Folgendes - versuchen Sie ein gesundes Gleichgewicht zwischen subjektiven und objektiven Informationen zu wahren und kombinieren Sie das Beste des Neuen mit dem Besten des Alten. Ebenso, wenn es "zu einfach" ist, dann ist es wahrscheinlich "allzu simpel". Zum Beispiel: ich bin ganz für das Studieren der ursprünglichen Korrespondenzen in Beziehung mit den Urschriften, aber ich glaube, dies muss auf der festen Grundlage der Jungschen Psychologie geschehen. Sie fordert ebenso, das traditionelle Material zu studieren. Wenn nicht, dann nimmt diese Arbeit zu viele "neuzeitliche Ideen" auf, und zu viele Personen "verlieren sich im Weltraum". Heißt das, dass sie alle Wasserstoff brauchen? Ich denke nicht!

Manche Modernisierer verstehen nicht einmal die Grundlagen des Systems, dass sie in etwas Neues und Aufregenderes verändern zu wollen scheinen! Manchmal wundere ich mich, ob manche dieser Leute jemals wirklich ernsthaft Lust hatten, die klassischen Texte zu lesen oder die Referenzen zu studieren, die man im traditionellen Material findet. So Vieles ging verloren oder wurde vergessen, dass nur ein kleiner Prozentsatz dessen, was Hahnemann einführte, eine angemessene Überprüfung erfährt und in die Praxis umgesetzt wird. Sprich darüber, und du wirst hören, "alles was wir brauchen ist das Wesentliche", weil dies oder jenes "egal ist". In Wahrheit nutzen diese Personen nur ein Wenig dessen, was die klassische Homöopathie zu bieten hat. Viele Personen haben ein echtes Problem zuzugeben, dass sie noch viel von Hahnemann lernen müssen.

Leela: Sie nehmen wahr, dass einige Homöopathen sich widersetzen, das zu lernen, was Hahnemann in seinen letzten Jahren eingeführt hat? Warum, glauben Sie, gibt es diesen Widerstand?

David: Das erste Problem im Erlernen der Methoden, welche Hahnemann zwischen 1835-1843 eingeführt hat, liegt an der schlechten Qualität des Lehrmaterials, das aus jenem Zeitabschnitt in englisch zur Verfügung steht. Dies ist einer der Gründe, dass ich 12 Jahre lang Informationen gesammelt habe und mein 3000-seitiges Homöopathisches Kompendium geschrieben habe. Zu viele Personen sprechen davon, dass die C- und LM-Potenzen in medizinischer Lösung allen Patienten täglich in einer mechanischen Manier verabreicht werden können. Sie nehmen Hahnemanns höchst fortschrittliche individualisierte Methode und machen daraus ein mechanistisches System, das an Allopathie erinnert. In Wirklichkeit verwendete Hahnemann Einzelgaben (gewöhnlich durch riechen), gefolgt von einer Reihe von Placebogaben oder einer kurzen Reihe von Gaben, interpoliert mit oder gefolgt von Placebos. Diese "auf dem Mittel sein - runter von dem Mittel sein" - Methode ist, was man wirklich in den Pariser Krankenjournalen findet. Dr. Croserio schrieb an Baron von Bönninghausen, dass es unmöglich sei, alle Schattierungen von Hahnemanns Behandlungen wiederzugeben, weil seine Vorgehensweise "nicht immer gleich" war.

Das zweite Problem sind die notizbuchmäßig geführten falschen Darstellungen des Materials, das man in Hahnemanns Pariser Krankenjournalen findet. Dies schließt Darstellungen durch gewisse revisionistische Historiker ein, die versuchen, diejenigen zu schockieren, die sich als "klassische Homöopathen" verstehen. Was sie unter klassischer Homöopathie meinen ist gewöhnlich eine eigene Schaffung, die auf den Methoden einiger weniger einseitiger Konstitutionalisten basiert, welche der 4. Auflage des Organon folgen. Sie versuchen es so erscheinen zu lassen, als ob das, was Hahnemann in der Klinik praktizierte, völlig verschieden von dem war, was er im Organon geschrieben hatte. Diese ganze Fehlinformation half dabei, neue Studenten und alte Praktiker zu verwirren, und sie verzögerte so das Wachstum der Homöopathie.

Leela: Ich stimme Ihnen zu. Lange Zeit war ich mir nicht einmal selbst bewusst, was solche Strömungen bedeuteten! Die Verwirrung um solche Strömungen förderte die Unstimmigkeit von der wir heute wissen, dass sie der Homöopathie nicht geholfen hat. Welche sind einige dieser wesentlichen Punkte der Auseinandersetzung?

David: Manche verwenden Begriffe von kritiklosen Medikamentenanwendungen wie "Doppelmittel" um Hahnemanns Wechsel zweier Einzelmittel zu verschiedenen Zeiten zu beschreiben, und sie nennen die Verwendung einer Reihe von Einzelmitteln durch den Begründer "Kombinationspräparate". Sie versuchen, diese traditionellen Techniken als Geheimmethoden Hahnemanns in Paris darzustellen, aber in Wahrheit sprach der Begründer in der 1. Auflage des Organon 1810 von Wechselmitteln, Zwischenmitteln und Mittelreihen! Diese Methoden finden sich in jeder Auflage des Organon und der Chronischen Krankheiten wieder, und sie sind für die Pariser Epoche nichts Neues.

Personen von dieser Sorte weisen darauf hin, dass die Pariser Krankenjournale aufzeigen, dass Hahnemann nicht immer die Dauer bis zum Nachlassen der Mittelwirkung abwartete, bevor er die Gabe wiederholte oder ein anderes Mittel verabreichte. Sie versuchen, diese Information dafür zu verwenden, um zu sagen, dass "Hahnemann nicht das praktiziert hat, was er im Organon predigte, also warum sollten wir es?". Dann mixen sie verschiedene Mittel zusammen und geben sie zur selben Zeit und behaupten, sie praktizierten nur nach Hahnemann. Die Wahrheit ist, dass Hahnemann in der 5. Auflage des Organon in Deutschland schrieb, dass es nicht nötig war zu warten, bis die Arzneimittelwirkung aufgehört hat, bevor man das Mittel wiederholt oder ein Zwischenmittel verabreicht. Er nennt alle genauen Einzelheiten dieser Methode im § 246 und dessen Fußnote, lange, bevor er nach Paris zog.

Manche verweisen auf Hahnemanns beträchtliche Verwendung von Sulfur als weiteres Beispiel dafür, dass Hahnemann seine eigenen Regeln brach. Hahnemann lehrte in den Chronischen Krankheiten 1828, dass Sulfur das Hauptmittel bei Psora ist, und seine deutschen Krankenjournale zeigen, dass er Sulfur in dieser Weise bereits ab 1830 verwendete! Er sprach über diese Methode auch in der 5. Auflage des Organon 1833, wo er sehr genaue Einzelheiten der Methode nannte. Dieses ganze Material befand sich bereits im Allgemeingut, bevor der Begründer nach Paris zog. Meine Forschungsarbeit mit den Pariser Krankenjournalen und Augenzeugenberichten zeigen, dass was Hahnemann in der 6. Auflage des Organon lehrte, im Einklang damit war, was er in der Klinik praktizierte.

Das dritte Problem all das zu lernen, was Hahnemann lehrte, liegt in der geistigen Trägheit auf Seiten der homöopathischen Praktiker. Es ist fast so, als ob manche Personen Angst haben, in die alten Klassiker zu schauen, weil dies darauf schließen lassen könnte, dass sie gegenwärtig etwas falsches tun könnten. Andere verweigern einfach den Wechsel, weil sie zu selbstgefällig damit geworden sind, was sie bereits wissen. Erwähnen sie medizinische Auflösungen, und schon stöhnen sie wegen all dieser Fläschchen! Schlagen sie vor, sie sollten Hahnemanns fortgeschrittene Verschreibungslehre ausprobieren, und sie sagen, dass sie bereits gut zurecht kommen. Weisen Sie auf das klassische Material hin, dass sie noch nicht gelesen haben, und sie sprechen über die neueste Technik, die sie gerade in einem Seminar gelernt haben. Fordern Sie sie auf, ihre Methoden sorgfältiger zu individualisieren, und sie sagen, dass sie nur das Konstitutionsmittel brauchen. Es ist immer eine Sache, die Aufmerksamkeit auf etwas anderes als den naheliegenden Punkt abzulenken.

Leela: David, darüber muss ich lachen! Es erinnert mich an mich selbst als junge, frische, enthusiastische Homöopathin, die noch nicht das WIRKLICHE Leben der klinischen Krankheit kennen gelernt hatte, und wie man mit den Problemen der Leute verantwortungsvoll umgeht. Glücklicherweise lernte ich, und lernte es schnell, dass keinen einfachen Weg zu einer ernsthaften, homöopathischen, klinischen Behandlung gibt!

Leela: Finden Sie, dass die Tatsache, dass Melanie die Veröffentlichung der 6. Auflage des Organon um mehr als 60 Jahre bis nach Hahnemanns Tod verzögert hat, zur Verwirrung beigetragen hat?

David: Ja, es ist ein sehr unglücklicher Umstand, dass die 6. Auflage des Organon nicht veröffentlicht wurde, als Leute wie Bönninghausen, Hering und Jahr noch lebten. Hahnemann schien Bönninghausen dafür aufzubauen, das Wort zu verbreiten, als er dem Baron 1843 zwei LM-Fälle zusandte. Beide, Bönninghausen und Hering versuchten das Manuskript zu bekommen, aber ihre ganzen Anstrengungen blieben vergeblich. Dies warf die Homöopathie um 60 Jahre zurück. Zu der Zeit, als die 6. Auflage des Organon 1920 veröffentlicht wurde, war die erste Generation bereits dahingegangen und niemand war bereit, den Mantel der neuen Methode aufzugreifen.

Leela: Wie steht es um den Mangel an Zugänglichkeit von vielen Originaldokumenten in deutscher Sprache, oder den Behauptungen über ungenaue Übersetzungen dessen, was bereits verfügbar ist?

Ein weiterer Faktor, dem ich begegnet bin, ist die Schwierigkeit, "altes" Deutsch, in dem Hahnemann schrieb, präzise zu interpretieren, was zu einem Gefühl des Misstrauens auf der einen Seite beitrug, und zu möglichen Missinterpretationen auf der anderen.

David: Der Mangel an Zugänglichkeit zu den deutschen Dokumenten ist ein Problem, weil die meisten Leute in Deutschland die frühen Werke ignorierten! Da gibt es eine große Menge Materials, das auf ehrenhafte Weise erforscht werden muss, ohne diese Anhänge persönlicher Notizen für oder gegen bestimmte Methoden. Im allgemeinen sind die ganzen Übersetzungen des Organon angemessen, wenn auch nicht perfekt. Da wird es immer Debatten über dieses Wort oder jenen Satz geben, sogar in Deutschland, aber dies ist nicht das Hauptproblem. Es ist eine Angelegenheit der Trägheit und Selbstgefälligkeit, die man im menschlichen Geist findet. Viele sind eher über den Seminarzirkel an den neuesten Methoden interessiert, als sich durch die alten staubigen Bücher und Archive zu graben. Mein Gedanke ist, sich tief durch die wenig verstandenen Klassiker zu wühlen, während man das Beste der heutigen Homöopathie prüft. Auf gewisse Weise bin ich ein "Mann der Renaissance", indem ich das alte und das neue im gleichen Licht schätze.

Leela: Ich erinnere mich, dass Hahnemann das, was Sie 'geistige Trägheit' nennen, in seinen Chronischen Krankheiten auf "eine konstitutionelle Aversion zu arbeiten" zurückführt! Ich habe mich weggeschmissen als ich las, welch passende Kritik er geübt hatte!

David: Tatsächlich sprach Hahnemann mit seinen chronischen Patienten zu Beginn der Behandlung mindestens ein Mal in der Woche. Deshalb konnte er die klarsten Einschätzungen über den Fortschritt seiner Verschreibung in einem Fall treffen, um die Heilung, wenn nötig, beschleunigen zu können. Fragen Sie ein paar moderne Homöopathen, ihre Fälle genauer zu verfolgen, und sie klagen, dass sie den Heilungsfortschritt nicht beeinträchtigen möchten. Es scheint ihnen gleichgültig zu sein, ob der Patient während der nächsten ein oder zwei Monate wenig oder keine Verbesserung verspürt. Es scheint, als ob manche die Einzelgabe verabreichen, um den Patienten soviel wie möglich und für so lange wie möglich vergessen zu können. Ist es das, was der Begründer beabsichtigte?

Leela: (lacht sich eins) Einen Patienten für so lange wie möglich zu vergessen? Ich bin mir sicher, dass es schon einige Patienten gibt, die man gerne... besonders diejenigen, die uns aufgeregt haben, wenn wir nicht wussten, wie man ihnen homöopathisch helfen könnte... In Wahrheit sind sie diejenigen, die uns zwingen, die Tiefe der Homöopathie zu lernen!

David: Unglücklicherweise ziehen sich einige von zu künftigen Möglichkeiten in ihre alten Ansätze zurück, sobald sie mit der Möglichkeit auf Veränderung aufgrund schwieriger klinischer Situationen konfrontiert werden. Wenn man sich über die Unterschiede der Methoden der 4. Auflage des Organon im Vergleich zu den Methoden der 5. und 6. Auflagen des Organon unterhält, dann hört man häufig, "aber die Trockengabe funktioniert". Natürlich wirkt die Trockengabe, manchmal auf wundervolle Weise! In manchen Fällen, wie auch immer, wirkt die medizinische Lösung aber besser. Dann hört man Entschuldigungen wie, "Oh, diese ganzen medizinischen Lösungen sind einfach zu lästig! Warum nicht einfach eine Trockengabe verabreichen und ihnen sagen, in einem Monat wieder vorbei zu schauen, und sich so lange zu entspannen!"

Ich möchte an dieser Stelle ein paar Fragen stellen. Was ist wichtiger? Das, was günstig für den Praktiker ist, oder das, was das beste für den Patienten ist? Sagt der erste Paragraf des Organon, "Tue, was das einfachste für Dich ist", oder sagt er, dass des Arztes höchster und einziger Beruf es ist, kranke Menschen gesund zu machen, was man Heilen nennt? Sagt der zweite Paragraf des Organon, "Behandele jeden gleich, selbst wenn der Fortschritt langsam ist" und dass "Verschlimmerung gut ist"? Nein, dies tut er nicht. Er sagt, das höchste Ideal der Heilung ist schnelle, sanfte, dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit.


Leela: Als Perfektionistin finde ich es als Homöopathin Kräfte zehrend - dieses Ideal alleine zu erreichen. Man kann mit den vielen Patienten nur arbeiten. Ich habe es akzeptiert, dass der einzige Weg, sein Höchstes in der Homöopathie zu geben es ist, in einem Team zu arbeiten, in dem jeder ähnliche (klinische) Denkart und Wertesysteme besitzt.

Ich erwähnte im letzten Interview, wie gesegnet sie damit sind, dass ihre gesamte Familie als eine Einheit arbeitet, ein Team, hingebungsvoll und unbeirrbar das Ziel zum homöopathischen Ideal verfolgend. Ich bete ernsthaft dafür, dass dies der Weg für eine Weltklasse-Homöopathie in der Zukunft sein wird.

David: Wir alle brauchen Hilfe und Unterstützung um Jahr für Jahr weiter zu arbeiten. Die Heilkünste gehören zu den anspruchsvollsten Pfaden, die man gehen kann, weil man immer Krankheit und Tod begegnet. Es ist sehr bedeutend, mit gleich gesinnten Kollegen zu arbeiten. Jeder hat seine "blinden Flecke" und das arbeiten mit anderen hilft, die "Löcher" zu füllen. Jeder hat Zeiten, in denen alles glatt läuft und solche, in denen die Dinge schwierig erscheinen. Wir haben alle unsere energetischen Höhen und Tiefen, und Momente der freudigen Erregung und der Depression. Glücklicherweise hat uns das Internet geholfen, einen größeren Gruppengeist  zu bilden, wie es vorher nicht möglich war. Es gibt viele erfahrene Kollegen die bereit sind, Rat und Ermutigung zu geben. Weder sie noch ich sind so alleine, wie wir es gewohnt waren!

Leela: Noch einmal, ich stimme dem völlig zu! Höre ich mich langsam an wie eine Schallplatte mit einem Sprung? Welche sind ein paar andere Bereiche, die sie hervorzuheben wünschen?

David: Ein weiterer vernachlässigter Bereich ist das Dosierungsmanagement und die Reaktionen. Fordere einige auf, die medizinische Lösung und die Anpassung der Dosierung auszuprobieren, und sie stöhnen wegen der Mitarbeit der Patienten. In Wahrheit möchte eine Mehrheit der Patienten wirklich in der Beobachtung ihrer Symptome mit einbezogen werden, ihre Medizin zubereiten, und ihre Fortschritte mitverfolgen. Sie MÖGEN die extra Aufmerksamkeit, und Teil des Heilungsprozesses zu sein mehr, als nur eine passive Rolle zu spielen. Es sind wirklich nicht die Patienten, die das Hauptproblem darstellen. Es ist der Widerstand der Praktiker, Veränderungen einzugehen, die ihnen nur im Wege sind. Wenn man vereinzelt den Patienten hat, der nicht in der Lage ist, Verantwortung zu tragen, dann kann man Methoden, wie einzelnes Riechen oder Einzelgaben, an ihnen anwenden.

Reden Sie von LM-Potenzen, und sie hören häufig, "aber die Cs wirken richtig prima". Ja, sie wirken manchmal prima, aber nicht in allen Fällen. Sollten wir diese Patienten vergessen? Ein anderer Mythos ist, dass die LM-Potenz einfach eine Niedrigpotenz ist, wie die C6 ist. Dieser Gedanke zeigt einen Mangel an Verständnis für den Unterschied der medizinischen Kräfte der C- und LM-Potenz, indem man einfach die Verhältnisse der Ausgangssubstanzen vergleicht, wie sie in einem bestimmten Grad vor gefunden werden. Es gibt einen großen Unterschied zwischen der mathematischen Äquivalenz und der medizinischen Kräfte verschiedener Zubereitungen.

Das 1/50 000-er Verhältnis und 100 Schüttelschläge pro Verdünnung produzieren medizinische Kräfte, die völlig verschieden sind von den 10 Schüttelschläge pro Verdünnung der Hunderter Potenz. Lineare Vergleiche berücksichtigen diese qualitativen Unterschiede nicht. Bönninghausen, der die LM-Potenz geprüft hat, merkt an, dass sie so tief wie höhere C-Potenzen wirkt, obwohl ihre medizinischen Qualitäten unterschiedlich sind. Die C- und LM-Potenz sind komplementäre Gegensätze, die den therapeutischen Horizont der homöopathischen Arzneimittelkunde stark erweitert.

Leela: meine Erfahrung ist, dass die LM-Potenz eine durchdringendere Fähigkeit besitzt, während die C-Potenz eine weiter gefächerte Wirkung besitzt, dreidimensional gesprochen. So sehe ich Arten von Fällen, die eine eher 'inklusive' Potenz (C) erfordern, während andere Fälle eine durchdringende Potenz (LM) benötigen. Dies abgesehen von einfachen Beobachtungen von Verschlimmerung und Besserung als Reaktion auf die erste Testgabe.

David: Hmm. Da gibt es einige, die sich an die LM-Potenzen gewöhnt haben und die behaupten, dass Hahnemann gesagt hatte, dass C-Potenzen zu gefährlich in ihrer Verwendung sind. Dies, wie auch immer, ist nicht das, was der Begründer schrieb. Was Hahnemann in der 6. Auflage des Organon sagte, war, dass C-Potenzen, die auf Maschinen hergestellt wurden, die zu kräftige Verschüttelungen durchführten, heftige, gefährliche, primäre Wirkungen, mit geringer positiver, heilender Wirkung haben können. Verwarf Hahnemann die Cs als er LM-Potenzen herstellte? Nein, das tat er nicht! Die Pariser Krankenjournale zeigen, dass Hahnemann beide Potenzen bis zu seinen letzten Tagen in der Praxis verwendete. Warum? Weil einige Fälle besser auf die C-Potenz, und einige auf die LM-Potenz ansprechen, während einige über den Lauf der Zeit am besten auf die Verwendung beider ansprechen.

Hahnemann schrieb, dass die Homöopathie auf das Wissen des Krankheitszustandes, auf das Wissen der Arzneimittelkräfte und auf das Wissen, wie man das Mittel für den Krankheitszustand anwendet, beruht. Alle diese drei Faktoren müssen zusammentreffen, damit Heilung erfolgen kann. Nur ein Mittel zu finden ist nicht in sich selbst vollständig. Man muss den Krankheitszustand verstehen, und wie man das Mittel richtig anwendet.

Leela: Ja, ich bemerkte, dass es eine Gruppe von Homöopathen gibt, die glauben, dass, sobald sie das richtige Mittel gefunden haben, Ihre Arbeit getan ist. Dann erwarten sie, es wird das tun, was es 'sanft, schnell und dauerhaft' zu tun hat, basierend darauf, wie die Lebenskraft des Patienten geheilt werden möchte (!). Ich denke, es ist allzu simpel, dies anzunehmen.

David: Das Mittel zu finden ist nur die eine Hälfte der Schlacht. Ich sehe häufig Fälle, in denen das richtige Mittel in der Vergangenheit verabreicht wurde, aber es wurde nicht auf die richtige Weise verabreicht. Manche Leute handeln auf solche Weise, als ob sie nur das Mittel finden müssen, und sie spenden der Dosierungslehre und dem Fallmanagement nur wenig Aufmerksamkeit. In Wahrheit gehen viele Fälle wegen ungeeigneter Dosierung und Behandlungsstrategien schief. Wie ich schon vorher sagte, ich habe häufig Fälle aufgenommen, wo frühere Homöopathen ein gutes Similimum verabreichten, aber nicht wussten, wie man es am Patienten anwendet. Sie gaben einfach eine Trockengabe und warteten einen Monat ab. Wenn es nicht wirkte, dann gaben sie ein anderes Mittel und bewegten sich in die falsche Richtung. Häufig habe ich einfach das gleiche Mittel genommen und wandte Hahnemanns fortgeschrittene Dosierungslehre an, und heilte den Patienten! Manchmal verwendete ich genau das gleiche Mittel und verabreichte es als medizinische Lösung in der selben Potenz, und heilte den Fall mit wenigen Gaben. In weiteren Fällen benutzte ich die LM-Potenz, wo die Cs versagten und es heilte den Fall ohne große Schwierigkeiten.

Manche Leute möchten nicht einmal Hahnemanns Aussage in dem Organon ausprobieren, als er sagte, seine neuen Methoden können den Heilungsverlauf in langsam sich bessernden Fällen auf die 1/2, 1/4 oder kürzere Zeit verringern, als es mit der einzelnen Trockengabe dauert. Warum nicht? Ist diese Behauptung es nicht wert, in der Klinik erproben zu werden? Manche möchten Hahnemanns Behauptung, dass man Verschlimmerungen mit der medizinischen Lösung auf ein Minimum reduzieren kann, nicht überprüfen. Warum nicht? Ist es nicht besser für den Patienten? Manche möchten nicht nach den Fällen schauen, die nicht sehr gut verlaufen. Warum nicht? Wir alle haben solche Fälle gehabt! In Wahrheit haben wir von unseren Versäumnissen genauso viel zu lernen, wie von unseren Erfolgen. Vielleicht, in den meisten Fällen, sogar mehr.


Leela: Ich bin froh, dass Sie all diese grauen Bereiche der homöopathischen Behandlung vorgebracht haben, David. Ich denke, jeder Homöopath der dieses Interview liest, sollte es nochmals lesen! Und dann in sich kehren, auch wie sie ihre Patienten behandeln, um herauszufinden, an welchen Bereichen sie noch in ihrem Bemühen, künftig fähige Homöopathen zu werden, noch arbeiten müssen. Wir müssen wirklich keine Angst davor haben zuzugeben, dass jeder von uns noch eine Menge zu lernen und zu meistern hat. Wenn man sich dessen bewusst ist und es demütig akzeptiert, dann ermöglicht es die wirkliche Reife als Homöopath, und das kann der Homöopathie als Heilsystem nur dienen.

David: Ich bin nicht über Nacht gereift. Zu Beginn praktizierte ich die Methoden der 4. Auflage des Organon und glaubte, dass die Größe der Gabe und das Medium, in dem man das Mittel verabreichte, keinen Unterschied in der Wirkung der Medizin machte. Ich akzeptierte auch Verschlimmerungen als unausweichlichen Teil des Heilungsprozesses. Es dauerte 8 Jahre, bevor ich ernsthaft in Frage stellte, was ich tat, und strebte nach einer wirklichen Veränderung meiner Praxis.

Es dauert 5 Jahre, seine Grundlagen zu lernen und sie in die Praxis umzusetzen. Dann arbeitet man täglich auf dieser Basis daran, sein Verständnis voranzubringen. Eine Eichel wird nicht in einem Moment zur Eiche, und ein Individuum wird in einem Augenblick nicht zum Heilkünstler. Man kann nur in Übereinstimmung mit der Natur und dem Leben in den Beruf "hineinwachsen". Dies ist ein natürlicher Prozess, der sich entfaltet, wenn wir dazu bereit und fähig sind , die Erfahrung zu integrieren.

Wenn man die trockene Einzelgabe der C-Potenz verabreicht, und der Patient hat eine auffallende fortschreitende Besserung über einen oder mehrere Monate, WUNDERVOLL! Dies ist das beste Szenario eines Falles, und die Art von Fall, die man gerne anderen präsentiert! Was ist mit all den anderen Fällen, in denen der Patient sich nur langsam über einen Zeitraum von Monaten bessert? Was ist mit all jenen, in denen es einen Rückfall gibt, und die sich nicht mehr weiter bessern? Was ist mit all den Fällen, in denen es eine schmerzhafte, längere Verschlimmerung gibt? Dies sind Fälle, die man niemals an ein Journal schickt oder darüber auf einem Seminar redet! In Wahrheit sind das die Fälle, über die man reden sollte, weil das diejenigen sind, die einen anderen Ansatz benötigen!


Leela: Ich bin persönlich dankbar, dass sie diese Themen in diesem Interview so offen diskutiert haben. Ich bin mir sicher, die homöopathische Gemeinschaft wird sie mit der gleichen Einstellung aufnehmen. Ich glaube, es ist für die Homöopathie grundlegend um zu einem alternativen Gesundheits- und Heilsystem zu werden, dass sich die Homöopathen aus einer bewährten traditionellen Basis des Lernens heraus entwickeln, um Tiefe als Kliniker und Fokus als homöopathischer Heiler zu entwickeln. Dann würden wir wirklich nie die Ablenkung mit "modernen" Ansätzen befürchten müssen, weil sie die Fähigkeiten eines ausgereiften Homöopathen nur steigern können.

David: Lassen Sie mich im Voraus dafür entschuldigen, wenn es den Anschein erweckt, dass ich irgend jemanden kritisiere. Dies ist nicht meine Absicht. Ich weise nur auf einige "Fallstricke in der Praxis" und "Defizite in der Ausbildung" hin.  Dies ist eine Übersicht über einige Unzulänglichkeiten, die ich während der letzten 30 Jahre beobachtet habe. Wenn das, was ich gesagt habe, wie "drücke irgend einen Knopf" klingt - es gibt gewöhnlich keinen Rauch ohne Feuer. Ich möchte aufrichtig jeden darum bitten, diese Dinge zu überdenken, und für sich selbst entscheiden, ob das, was ich gesagt habe, hilfreich ist oder nicht.

Mein Ziel, indem ich diese Themen aufgreife, ist, die homöopathische Ausbildung zu verbessern. Andere zu unterrichten ist nicht nur das übergeben von Informationen. Um ein guter Lehrer zu sein, ist es erforderlich, beides zu benutzen, Intuition und Logik, in einer perfekten Balance aus dem besten des Alten und dem besten des Neuen. Um ein guter Mensch zu sein, erfordert es Mitgefühl, und die Bereitschaft zum Wohle der anderen zu arbeiten. Lassen Sie uns alle in diesem Sinne nach vorn schauen.

Leela: Haben Sie herzlichen Dank dafür, dass Sie uns so viel von Ihrer Zeit und Weisheit geschenkt haben, David. Wir schätzen es wahrhaftig, dass Sie für die Zukunft der Homöopathie, und auch für jeden Homöopathen, so selbstlos gegeben haben, indem Sie Ihre Erfahrungen, die Tiefe Ihres Wissens und Ihr bescheidenes und liebenswürdiges Herz, geöffnet haben. Ihr sechsbändiges Kompendium wird in dieser großartigen Absicht sicherlich der Homöopathie dienen. Mögen Sie und Ihre Lieben reichlich gesegnet werden.

David: Ich möchte Ihnen für die Einladung danken, auf Ihrem "Heißen Stuhl" Platz nehmen zu dürfen und den Ofen einzuheizen. Ich stellte mir vor, dass eine solche ruhmreiche Position ein wenig Hitze verdient, und so ließ ich ein wenig "Dampf" ab (leise vor mich hin lachend). Ich hoffe, dass das, was ich angeboten habe, in dem positiven Sinne aufgenommen wird, in dem es beabsichtigt war. Zuallerletzt möchte ich sagen, dass es die Rolle eines Senior-Homöopathen ist, die nächste Generation vorzubereiten und seine Erfahrungen mit seinesgleichen zu teilen. Ich hoffe, dass das Homöopathische Kompendium zu diesem Prozess beitragen wird, und dabei hilft, die Medizin der Zukunft zu erschließen.

Wie Hahnemann sagte - die Lebenskraft ist die Dynamis, die den materiellen Körper in harmonischem Lebensgange hält, so dass unser inwohnender Geist sich dieses lebendigen Werkzeugs zu dem höheren Zwecke unsers Daseins bedienen kann. Es ist der gottbegnadete Homöopath, der schließlich das Leiden aller Wesen entfernt, und jeden heilt - denn es gibt kein höheres Arzneimittel als das Leben selbst, wenn man es mit der richtigen Einstellung versteht. Erkennen Sie dies, und leben Sie mit Mitgefühl, Liebe und Würde.

Mit den besten Wünschen,
David Little

little@simillimum.com

http://www.simillimum.com/