Auf der Suche nach der Lebenskraft

Auf der Suche nach der Lebenskraft

Author: 
David Little

Die Homöopathie entstand nicht aus einem Vakuum heraus. Der Samen dieser noblen Heilkunst reicht Tausende von Jahren in die Bronzezeit zurück, und darüber hinaus. In der westlichen Überlieferung finden sich die Ursprünge in den Werken, die von Hermes, Asclepius, Pythagoras und Hippocrates stammen, und diese haben Verbindung zu den Werken der antiken Ägypter, Pelasger und zu den Indo-Arier Südasiens. Um etwa 2000 - 1800 v. Chr. wanderten Stämme von Indo-Ariern nach Griechenland aus und brachten Ihre alten Traditionen mit. Sie vermischten sich mit den Einheimischen pelasgisch-ägyptischer Abstammung und gründeten die bronzezeitliche europäische Linie der Philosophie, Psychologie und Heilart. Dies ist der Samen.

Die Errungenschaften der Periode der Integration in der Bronzezeit lagen nahe mit der dorischen Invasion Griechenlands und der Gegend zusammen. Die Schreibkunst und die Aufzeichnung der Geschichte ging beinahe vollständig verloren, aber die Barden und Schreiber, die all die wichtigen Daten auswendig gelernt hatten, retteten das alte Wissen vor dem kompletten Verlust. Dieses führte zu der griechischen Renaissance um ca. 500 v. Chr., die von einem Pelasger namens Pythagoras angeführt wurde. Pythagoras bereiste das gesamte Mittelmeergebiet, Ägypten und Indien, und verfolgte die Lehren bis zu ihren Ursprüngen zurück, und sammelte Informationen. Dies führte zu dem Ursprung der pythagoreischen Schule der Metaphysik und Heilweise.

Pythagoras lehrte die Musik der Sphären und das Leben als unterschiedliche Frequenzen, die harmonisch oder dissonant sein können. Diese "Musik" hat Ihre "Tonleitern und Klänge", die Schwingungen von unterschiedlichen Frequenzen in der kosmischen Pneuma bilden, der universellen Lebenskraft. Er gründete die westliche Tradition der klassischen Musik, die auf 7 Töne basierende Tonleiter, wie auch die pythagoreisch-hippokratische Linie der Heilkünste. Er war es, der von der Gesundheit als harmonischen Klang der pneumatischen (im philosoph. Sinne, Anm. des Übersetzers) Lebenskräfte, und von Krankheit als Verstimmung dieser Lebenskraft sprach. Deshalb sprechen wir immer noch davon, dass das Nerven- oder Muskelsystem einen "Tonus" hat, und verwenden Aussagen wie "sich im Einklang oder verstimmt fühlen", wenn wir uns gut oder schlecht fühlen.

Alle diese Bilder sind Teil einer antiken archetypischen Sprache, die Tausende von Jahre zurück reicht. Diese Definitionen haben eine Beziehung mit den deutschen Worten Stimmung (Klang, Stimmen, Atmosphäre, Aura, gute Schwingungen, usw.) und Verstimmung (Dissonanz, Verstimmen, Unordnung, dicke Luft, schlechte Schwingungen, usw.), die man in dem Organon der Heilkunst findet. Diese Begriffe haben ihren Ursprung in der pythagoreisch-hippokratischen Linie und waren seit 2500 Jahren Teil der westlichen Medizin.

Pythagoras erläuterte auch die Lehre der Urhomöomerien, die die wesentlichen Muster und Kräfte sind, welche die Bausteine des makrokosmischen und mikrokosmischen Universums bilden. Die Menschen des Altertums nannten diese Kräfte die 3 Lebenskräfte (+/ 0/-) und die fünf Elemente, Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde. Im Makrokosmos zeigen sich die 3 Kräfte als die neutralen, positiven und negativen Pole und in den Lebewesen als die psychische Kraft (0), die Lebenskraft (+) und die Naturkräfte, (-).

Diese drei Kräfte erkennt man im Atom als Neutron, Proton und Neutron und im menschlichen Körper als Lebenswind, Hitze und Kälte. Die fünf Elemente (Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther) werden als verschiedene Frequenzen der Pneuma in der Form von Festkörpern, Flüssigkeiten, Glut, Gasen und Raum betrachtet. Diese Kräfte werden im Makrokosmos als Schwerkraft, schwache Kernkraft, starke Kernkraft, elektromagnetische Kraft und Raum beobachtet. Im Menschen werden sie in der Lebensenergie und den vier Verbindungen gefunden, die die menschlichen Gene ausmachen. Im menschlichen Körper werden sie auch in den Energiezentren und Bahnen miterlebt, die sich in der Wirbelsäule, den Organen, den Systemen und den Geweben befinden.

Die Urhomöomerien und die Elemente machen die vier klassischen Veranlagungen und ihre 12 Kombinationen aus. Hahnemann wusste sehr wohl von diesem System, und man findet in seinen Schriften und Fallsammlungen Verweise auf die klassische Veranlagung und die diathetischen Konstitutionen. Zu seinen Tagen wurde dieses Wissen als gegeben vorausgesetzt, aber heute verstehen nur wenige Homöopathen das System. Dies liegt daran, weil wir unsere Wurzeln vergessen und wichtige Teile unseres Erbes verloren haben.

Diese Lehren sind dem Ayurveda und Yoga sehr ähnlich, weil sie einen gemeinsamen Ursprung und Bilder teilen, die allen indo-arische Völker von Südasien bis Europa vertraut ist. Erinnern Sie sich daran, dass die englische Sprache, die ich in diesem Augenblick verwende, eine indo-arisch basierte Sprache ist, die auf die selbe alte Muttersprache in der Vorgeschichte zurückgeht. Weisheit von diesem Anfang wird immer noch im kollektiven Unterbewusstsein gespeichert und ist in Geschichte, Mythologie, Religion, Fabeln und in der Geschichte verschlüsselt.

Diese archetypischen Kräfte wurden von Pythagoras ursprünglich Homöomerien genannt, was so viel bedeutet, wie die Ähnlichkeiten, aus denen alle Dinge zusammengesetzt werden. Die drei Kräfte und 5 Elemente sind symbolische Muster die dazu benutzt werden, um alle Phänomene zu kategorisieren. Es war noch eine antike Sprache, die dem Kollektiven Unterbewusstsein in Form von Vision, veränderten Zuständen, Träumen und Intuition entsprang, und leitete die antiken Seher in ihrer Untersuchung der äußeren Reiche des Universums und der inneren Reiche des Bewusstseins an. Viele dieser Kenntnisse gingen während des Mittelalters verloren, aber während der Europäischen Renaissance kamen sie wieder zum Vorschein.

Teile der etablierten Kirche widerstanden diesen Änderungen, und so begann die Inquisition die Kultur von den "heidnischen Ideen" zu säubern. Zu jener Zeit wurde die antike Weisheit in den Untergrund der Geheimbünde und in eine alchemistische Sprache getrieben. Diese antike Weisheit wiederum verlor sich, als die industrielle Revolution am Horizont erschien. Aber die Deisten in Europa und Amerika rebellierten gegen das materialistische und wissenschaftliche Paradigma, weil sie es wünschten, das Beste der antiken klassischen Weisheit in die neuen Wissenschaften zu integrieren. Samuel Hahnemann war einer dieser Individuen, denn er war Deist, Freimaurer und Universalist. Er war sowohl ein Meister der antiken, als auch der modernen Sprachen und war ein großartiger Student in Geschichte, Metaphysik, Philosophie, Psychologie und Medizin. Seine Studien in allen diesen Bereichen formten die Grundlage für die Entwicklung der Homöopathie.

Da verwundert es nicht, dass viele Homöopathen den Samen, die Wurzeln und Äste des menschlichen Denkens studieren möchten. Es ist keine Überraschung, dass sie tiefer als nur an der Oberfläche ermitteln möchten und forschend nach dem kollektiven Unterbewusstsein schauten, damit sie wieder eine Welt betreten konnten, in der Archetypen funktionieren und Bilder der Weisheit in der Dämmerung des Bewusstseins erscheinen. Diese Impulse gehen tiefer, kommen aus dem Selbst und sind Teil des Prozesses der Individuation. In dieser Weise bewegen sie sich nur in den Fußstapfen von Hermes, Asclepius, Pythagoras, Hippocrates, Paracelsus, Hahnemann, Goethe und Jung.

MIASMEN IN HAHNEMANNS HOMÖOPATHIE

Hahnemann ist der Begründer der modernen Epidemiologie. Er war sich sehr wohl bewusst, dass Infektionskrankheiten von Mikroorganismen verursacht werden, und er nannte diese krankheitserregenden Kräfte "Miasmen". Dieses Wort wurde von Hippokrates verwendet, um epidemische Krankheiten zu beschreiben. Die antiken Griechen benutzten auch das Wort "Psora", welches für einen Wirt für Hautbeschwerden und deren Begleitsymptome steht. Hahnemann hat diese Worte nicht erfunden, aber er aktualisierte sie für seine Zeit. Wir müssen das gleiche tun.

Hahnemann war der erste, der eine kohärente Studie über Infektionskrankheiten einführte, welche die Konstitution, das Temperament, die Vererbung, die Anfälligkeit, die Empfänglichkeit, den Augenblick der Infektion, die Prodromalerscheinungen, die Primärphase, die Latenzphase, die Sekundärphase und das Suppresionssyndrom einschloss. Er bemerkte auch, dass die angeborene Konstitution und die Umweltfaktoren starke konditionierende Faktoren in der Entwicklung der pathologischen Symptome sind. Er schlug einmal vor, dass einige Hauterkrankungen von "miasmatischen Animalcula", d. h. Mikroorganismen hervorgerufen werden. Während der Ausbreitung der asiatischen Cholera nach Europa, schrieb Hahnemann:

"... wenn auf Schiffen, in deren dump­figen Räumen, von moderigen Wasserdünsten erfüllt, das Cholera-Miasm ein seine Vervielfältigung begünstigendes Element fand und zu einer, bis ins Ungeheure ver­mehrten Brut jener, dem menschlichen Leben so mörderisch feindlichen, UNENDLICH FEINEN, UNSICHTBAREN, LEBENDEN WESEN gedieh, welche den Ansteckungsstoff der Cholera wahrscheinlichst bilden, ..."

Hahnemann führte die Begriffe akute, halbakute und chronische Miasmen ein und zeichnete die Unterschiede zwischen diesen Infektionen genauestens auf. Auf dieser Basis führte er die kollektive Fallaufnahmemethode ein, so dass er die spezifischen Mittel für den Genus entdecken konnte, die die Kraft hatten, die Affekte dieser infektiösen Beschwerden zu verhüten, zu unterdrücken und zu behandeln. Auf dieser Grundlage führte Hering die Nosoden ein, die potenzierte Miasmen sind. Er stellte seine eigenen Nosoden für mehrere akute Miasmen her, sowie für halbakute Miasmen wie Tollwut, und für chronische Miasmen wie die Psora, Tuberkulose, Sykose und Syphilis. Diese Mittel spielen auch eine große Rolle in der Verhütung, Unterdrückung und Behandlung von Infektionskrankheiten und deren Affekte.

Hahnemanns frühe Studien der Infektionskrankheiten und ihre Fortsetzungen, basieren auf der Beobachtung, wie epidemische Erkrankungen die menschliche Psyche und den Leib angreifen. Akute Miasmen sind sich selbstlimitierende Infektionen, wie die Cholera, die ihre Krise schnell erreichen und mit dem Tod, der Erholung, oder mit dem Gefühl, sich seit der Attacke nicht mehr gesund zu fühlen, enden. Halbakute Miasmen sind Infektionen mit einer längeren Inkubationszeit, so wie die Tollwut, die die Krise, abhängig von den Umständen, in einem kurzen bis mittellangen Zeitraum erreichen. Chronische Miasmen sind lebenslange Infektionen wie die Syphilis, die nicht selbstlimitierend sind, und die von Natur aus nicht mit der Zeit verschwinden. Gegen Ende seiner Karriere bemerkte Hahnemann, dass die Auswirkungen eines chronischen Miasmas wie die der Psora durch Vererbung weiter gegeben werden können. Diese Gedanken vervollständigten das System. All dieses hat sich durch die moderne Wissenschaft bestätigt.

Auf der Basis dieser Informationen kann man mit aller Gewissheit sagen, dass Hahnemanns Definition der Miasmen die Mikroorganismen sind, und dass miasmatische Erkrankungen die negativen Wirkungen sich nicht auflösender Infektionen an dem menschlichen Organismus sind. Dies ist eine frühe Studie über erworbene Infektionen, autoimmune Zustände und Immunschwächestörungen, und geht weit über das Verständnis der modernen Medizin hinaus. Dies war 1828 wohl schwer zu verstehen, aber in 2005 sind Hahnemanns Lehren aus den Kinderschuhen herausgewachsen. Es ist sehr überraschend, dass dies etliche Homöopathen immer noch nicht begriffen haben! Für einige sind die Miasmen zu allem geworden, AUSSER den Affekten von Infektionen auf die Lebenskraft, den menschlichen Organismus und das Immunsystem.

HERING, HEMPEL UND KENT

Den Ursprung des metaphysischen Konzepts der Miasmen bilden Hempels Kommentare zu Herings Aussagen im Vorwort zu der Natur der Chronischen Krankheiten und ihre Homöopathische Kur; Samuel Hahnemann (Herings Vorwort von Hempels Übersetzung, 1845). Hering schrieb:

"Die platten Gegner der Homöopathie (und andere haben wir nie gehabt!) stürzten sich auf die Theorie des psorischen Miasmas mit der Absicht, sie mit ihrem ganzen hohlen und bedeutungslosen Sarcasmus anzugreifen. Indem sie die Psora mit der Krätze gleichsetzten, gaben sie spöttisch vor, dass gemäß Hahnemann, die Doktrin der Krätze das primitive Böse sei, und dass diese Doktrin ähnlich der Erbsünde sei, wie sie die christliche Kirche ansieht."

Hempel fügte zu Herings Aussage folgende Kommentare hinzu:

"So wie es für einen philosophischen Christen absurd wäre, die Doktrin der Erbsünde abzuweisen, so ist es für jeden, der erklärt, eine klare Wahrnehmung von der Homöopathie zu haben, absurd, die Doktrin eines erblichen krank machenden Miasmas abzulehnen. Es ist dieses Prinzip, welches Hahnemann Psora nennt."

Die Deisten waren der Ansicht, dass die Menschen in Perfektion erschaffen wurden und aus einem edenähnlichen Paradies in einen Zustand der Illusion und des Leidens verfielen. In Hempels zusätzlichen Kommentaren zitiert dieser die Lehren von Rousseau zu diesem Thema, welche Hahnemann in jungem Alter von seinem Vater gelernt hatte.

Hempel fährt fort:

"Wenn wir mit Rousseau zugeben, dass alles, was Gottes Hände verlässt, absolut heilig ist, dann muss der erste erschaffene Mensch absolut rein gewesen sein und hätte als Ebenbild und Gestalt seines Erschaffers erscheinen müssen."

Hempel fährt dann mit der Diskussion des Falles aus dem edenähnlichen Zustandes fort. Er bemerkt, wie auch immer, dass der Verfall dieses harmonischen Zustandes in Wirklichkeit eine notwendige Phase der menschlichen Entwicklung war. Erfahrungen, die wie eine negative Entwicklung aussehen, haben häufig positive langfristige evolutionäre Ziele.

Hempel schrieb:

"Dies ist, relativ gesprochen, ein Verfall, obwohl dieser Verfall, der die erste notwendige Phase der menschlichen Entwicklung war, in Wirklichkeit als ein Prozess angesehen werden kann."

Hahnemann sagte niemals, dass die Psora die Erbsünde sei, aber im ‚Freund der Gesundheit’ sagte er, dass der wahre Segen auf dieser Welt die Weisheit und Gesundheit ist, die einen "zurück in den Garten Eden" ruft, in das archetypische Paradies. Nach der Philosophie der Deisten, zu denen sich Hahnemann bekannte, ist es die menschliche Bestimmung, sich mit dem Göttlichen Leben durch die Saat der himmlischen Harmonien in der menschlichen Natur wieder zu vereinen. Die Illusion der Getrenntheit, die der menschlichen Psyche erwächst, produziert naturgemäß eine korrespondierende Negativität in der physischen Welt.

Homöopathen hatten schon immer einen universellen Weitblick, der die Menschheit als Ganzes einschloss, als kollektive Gruppen und als Individuen. Das ultimative Ziel der Homöopathie ist die Wiederherstellung der menschlichen Rasse in Harmonie und im Geist.

Hempel fährt fort:

"Im Verhältnis, wie sich die spirituelle Natur der Menschen entwickelt und reinigt, wird dieses psorische Miasma nachlassen und wird schließlich vollständig aus dem Leben der Menschheit entfernt sein. Diese vollständige körperliche Regeneration der menschlichen Natur wird notwendigerweise von großen Veränderungen in allen äußeren Beziehungen des Menschen, der Bildung, der Art zu arbeiten, zu leben usw. usw. begleitet sein."

Hempel glaubte, dass so die menschliche spirituelle Natur gereinigt wird, sie immuner gegen die Psora und die anderen Miasmen wird.

James Tyler Kents wiederholte in seinen Vorlesungen über die homöopathische Philosophie eine ähnliche Vision des Ursprungs und des Falles der Menschheit. Bönninghausen lehrte, dass die angeborene Anfälligkeit die unmittelbare Ursache ist, und dass die grundlegende Ursache die Psora ist. Obwohl die Psora auf eine vorangegangene Infektion zurückgeht, gehen ihre Auswirkungen auf die Frühzeit der Menschen zurück.

Die erste Erwähnung von "Erbsünde" findet sich in Herings und Hempels Diskussion über die Kritiken der Psorahypothese. Hering verteidigte die Homöopathie vor der Beschuldigung, die Homöopathen glaubten, dass die Psora wie die Erbsünde sei. Hempel versuchte das gleiche Argument gegen seine Gegner zu wenden indem er aufzeigte, wie die Deisten auf diese Dinge schauten. Über die tieferen Aspekte des Ursprungs von Krankheit sagte James Kent:

"Es ist alles zu umfangreich, weil es auf den ursprünglichsten Fehler der menschliche Rasse, auf die allererste Erkrankung der menschlichen Rasse hinführt, und das ist die spirituelle Erkrankung, aus deren erstem Zustand sich die Rasse in etwas entwickelte, was man die WAHRE EMPFÄNGLICHKEIT FÜR DIE PSORA nennen könnte, was wiederum die Grundlage für weitere Krankheiten legte." (Lectures on Homoeopathic Philosophy; J. T. Kent, Chronic Diseases – Psora, Seite 146.)

Kent nannte die Psora nicht Erbsünde! Er sagt, dass die spirituelle Erkrankung, die sich in der Menschheit entwickelte das ist, was zur EMPFÄNGLICHKEIT FÜR DIE PSORA führte. Dies unterscheidet sich wirklich ganz schön davon, als wenn die Psora die Erbsünde SEI. Einige haben versucht Kent vorzuwerfen, er habe gesagt, dass die Psora die Erbsünde ist, und sie sagen, das sei alles wegen Swedenborgs Philosophie. Man kann sehen, dass diese Diskussion Kent vorangeht, und sie geht zurück auf die Philosophie der Deisten, die Rousseau und Hahnemann einschließt!

DIE MIASMEN HEUTE

Charles Hempel ist für die Einführung der metaphysischen Ideen innerhalb des Themas über die Miasmen verantwortlich. Seine Quelle der Inspiration war Rousseau, ein deistischer Hauptphilosoph, mit dem Hahnemann seit seiner Kindheit vertraut war. Hempel setzte die Psora mit der prinzipiellen Abtrennung der Menschheit von ihrer spirituellen Natur gleich. Kent strebte tatsächlich danach, diese Idee zu korrigieren, indem er sagte, dass zuerst der Verfall der spirituellen Perfektion statt fand, und dies DANACH die EMPFÄNGLICHKEIT für die Psora und alle anderen körperlichen Krankheiten schuf.

Wie man sehen kann, haben etliche der heutigen Homöopathen eine sehr metaphysische Ansicht der Miasmen übernommen, welche der Idee Hempels ähnelt. Sie trennen allerdings nicht zwischen der Perfektion und dem spirituellen Verfall - Empfänglichkeit und Anfälligkeit - und der physischen Krankheit, der Psora und der Miasmen, wie James Kent es tat! Sind sie denn alle Anhänger Hempels? Es ist nicht überraschend, dass sie nach einer tieferen Bedeutung der Gesundheit und Krankheit suchen, aber sie haben den spirituellen und mentalen Verfall mit ihrem Resultat verwechselt, welches die Empfänglichkeit für körperliche Erkrankungen ist.

Die Psora gab es nicht, bevor die Empfänglichkeit für die Psora auftauchte. Es ist verständlich, dass einige Personen wie Hempel etwas Positives in dem Verfall der Menschheit, den Miasmen und dem menschlichen Leiden im Allgemeinen sehen wollten. Der Wunsch, das Leiden als Teil der Evolution zu sehen ist ein menschliches Bedürfnis, um den bitter-süßen Qualitäten des Lebens eine Bedeutung zu geben. Letztendlich produziert ein gut behandeltes Miasma eine verbesserte Immunität, Vitalität und ein besseres Bewusstsein für das Wohlbefinden. Auf lange Sicht werden die Miasmen und die antimiasmatische Behandlung die menschliche Rasse stärker machen. Es mag ein Kern der Wahrheit in der Idee stecken, dass ein höheres Gut aus dem entsteht, was im Moment schlecht erscheint.

Zweitens haben etliche die Miasmen mit den ursprünglichen Homöomerien verwechselt. Sie haben versucht, die Psora, die Sykose und die Syphilis zu den drei Kräften (0/+/-) zu machen, anstatt zu realisieren, dass diese drei Kräfte VOR den Miasmen kamen! Es ist wieder einmal eine Sache von den Karren vor das Pferd zu spannen! Die Miasmen, wie alle Phänomene, folgen den Mustern der ursprünglichen Homöomerien. Deshalb können sie Dinge sagen, wie, die Pflanze habe das syphilitische Miasma, während eine Pflanze unmöglich Syphilis haben kann. Aber sie kann bestimmte archetypische Krankheitsmuster mit den Menschen teilen.

Dies liegt daran, dass die gleichen Homöomerien (Kräfte oder Elemente) im Menschen, im Tier und in der Pflanze betroffen sind, so dass die Muster sehr ähnlich sind. Alle kohlenstoffbasierenden Strukturen teilen das Anima Mundi, das unbedingt notwendige Prinzip, dass mit den ursprünglichen Homöomerien einhergeht. Deshalb können ähnliche archetypische Muster im Pflanzen- und Tierreich beobachtet werden. Sogar das Mineralreich teilt diese Muster und Energien, aber in einem trägeren Zustand (ohne 'Leben').

So kann man sehen, dass die Sehnsucht, nach dem Verständnis des kollektiven Unterbewussten und zu den Wurzeln unserer Psyche zurückzukehren, die Grundlage der metaphysischen Ansichten ist, die für eine lange Zeit Teil der Homöopathie waren. Sogar Hahnemann verschlüsselte bestimmte deistische und freimaurerische Lehren im Organon und in anderen Schriften. Der Text des Paragrafen 9 ist ein perfektes Beispiel. Einige dieser Worte in seinen Schriften kommen direkt aus den Texten dieser Traditionen. Seine Briefe sind voll von sowohl philosophischen und religiösen Ratschlägen, als auch von Ratschlägen zu Kost, Bewegung und Heilprogramm. In einem Brief sprach er von Gott als dem "Göttlichen Architekten", dem wahren Großen Freimaurer! Deshalb müsse man jedes verfügbare Werkzeug benützen, um den Körper, das Gemüt und den Geist zu heilen.

Ich strebe weder danach, dem menschlichen Geist irgendwelche Grenzen zu setzen, noch versuche ich, der Forschung meiner Kollegen Einschränkungen aufzuerlegen. Ich fordere Sie nur dazu auf, tiefer zu gehen und die Ursprünge unserer Wissenschaft, Philosophie und Terminologie zu verstehen. Ich fordere nur, dass sie ihre Begriffe zurecht rücken, damit sie weniger Verwirrung stiften und kein Gespött verursachen. Ich fordere nur, dass sie sich besser fortbilden, indem sie eher zurück zu den Wurzeln gehen, anstatt verwirrte neumodische Ideen zu akzeptieren. Ich fordere nur, dass sie verstehen, worüber Hahnemann redete, wenn er über die infektiösen Miasmen sprach. Ich fordere nur dass sie lernen, wie man die Werkzeuge verwendet, die uns Hahnemann hinterlassen hat, um diese tödlichen Krankheiten zu behandeln, die Millionen jedes Jahr töten.

Ich fordere nur, dass sie die Rolle der Homöomerien in der östlichen und westlichen Medizin verstehen, und sie nicht mit den Miasmen verwechseln. Ich fordere nur, dass sie nicht den Karren vor das Pferd spannen und sich zurückbewegen, indem sie die falschen Begriffe verwenden. Wenn wir über Homöomerien sprechen, dann sollten wir zumindest die richtigen Begriffe benutzen. Wenn wir von infektiösen Miasmen und den Folgen sprechen, lassen sie uns die richtigen Begriffe verwenden. Wir brauchen kein "abschaffen" irgendwelcher Krankheitsideen, wir müssen die Fehler der Vergangenheit korrigieren und uns mit vermehrtem Wissen nach vorn bewegen.

Ich würde auch empfehlen, dass meine Kollegen, so wie sie "nach den Sternen greifen" (Psyche, Homöomerien, Archetypen, metaphysikalische Studien, usw.), ihre Füße auch fest "auf der Erde verwurzelt" behalten (das Studium der medizinischen Wissenschaften und Pathologie). Ich flehe sie darum an, dass sie die *klinische Sichtweise* der Miasmen studieren. Ich sprach davon, dass Hahnemann uns großartige Werkzeuge hinterließ, um die Wirkungen von epidemischen und endemischen Infektionskrankheiten zu behandeln, aber nur sehr wenige verwenden sie. Wenn Homöopathen glauben, dass Miasmen alles AUSSER die Affekte der Infektionskrankheiten sind, ist unsere Wissenschaft in der Gefahr, eine ihrer wichtigsten Stützen zu verlieren.

Wie Hering bereits sagte, ist es die Pflicht von uns allen, die Homöopathie weiter voranzubringen als der Begründer, und alle Fehler, die Eingang in unsere Wissenschaft hielten, zu korrigieren. Wir müssen alle diese Daten in Übereinstimmung mit den neuesten wissenschaftlichen Informationen auf das Laufende bringen, ohne unsere vitalistischen Prinzipien und ausgeklügelten Methoden des Studiums der Gruppe und der individuellen Anamnese zu verlieren. Gleichzeitig müssen wir die Mysterien der Natur und der menschlichen Psyche und des Gemüts so tief wie möglich untersuchen, und dieses Wissen in den Heilkünsten anwenden.

Ich nahm mir die Zeit, diesen Brief zu schreiben, weil die Heilkünste eine heilige Verpflichtung sind. Ich möchte weder mit Leuten streiten, noch in lange Debatten verfallen, aber ich bin bereit zu dem zu stehen, an was ich glaube, und von dem ich glaube, dass es in Gefahr ist, verloren zu gehen oder zu verwirren. Meine Finger tun mir weh und meine Augen sind müde, aber mein Geist ist stark in dem Wissen, dass ich gegeben habe, was ich zu geben habe, ohne etwas von anderen zu bekommen.

Simila Minimus

Mit freundlichen Grüßen,
David Little

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